Lampertheim

Bildung 200 Kinder experimentieren beim zwölften Forschertag der Lampertheimer Forscherwerkstätten an der Goetheschule

Natürliche Neugier wachhalten

LAMPERTHEIM.Lukas ist baff. Mit zusammengepressten Lippen und Mamas Hilfe hievt der Vierjährige eine Drahtspule in die Höhe. Daran hängt – wie von Geisterhand – ein Knäuel aus Nägeln. Auch seine Schwester Zoey macht große Augen, sie darf den Strom anknipsen. Denn die Drahtspule ist gar kein Magnet. „Durch den Strom wird sie aber zu einem“, sagt der zwölfjährige Luca. Weil seine Zuschauer noch immer verdutzt schauen, erklärt der Sechstklässler ihnen: „Durch die bewegten Ladungen des Stroms entsteht ein Magnetfeld. Das ist aber unsichtbar“. Dreht Zoey den Strom wieder ab, plumpsen die Nägel sofort auf den Tisch. Die Spule zieht nichts mehr an – so als wäre nie etwas gewesen.

Mehr als 25 Projekte

Das Experiment hat der Sechstklässler Luca in der Naturwissenschaft (NAWI)-AG des LGL vorbereitet. Es ist eines von über 25 Projekten, welches beim zwölften Forschertag des Netzwerks Lampertheimer Forscherwerkstätten in der Goetheschule präsentiert wurde. In dem 2007 gegründeten Netzwerk kooperieren alle Lampertheimer Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführenden Schulen. Lediglich die neue Kita Farbenfroh in der Ringstraße fehlt noch, soll aber bald auch dazu gehören. Ziel der Zusammenarbeit sei, so Koordinatorin Sabine Nieter, die Naturwissenschaften für Kinder interessant zu machen. „Wir wollen die natürliche kindliche Neugier wachhalten, Kinder Fragen stellen und experimentieren, sie selbst Fragen und Antworten finden lassen“, unterstrich Goetheschul-Leiterin Margarete Veltman.

Beim Forschertag zeigen einmal im Jahr alle Kinder, was sie das Jahr über im Unterricht oder einer AG gelernt haben. Über 200 Nachwuchsforscher vom Kita-Alter bis zum Oberstufenschüler präsentierten jetzt ihre Versuche und Experimente Mitschülern, Lehrern und Eltern. So wurden Klassensäle zu Laborräumen und Spielparadiesen, in denen von der Straßenmalkreide bis zum Weltall alles untersucht wurde. Hier wird Luft- und Wasserdruck anschaulich erklärt, dort fahren Lego-Roboter über den Tisch und im nächsten Saal werden Luftballonraketen gezündet. Kinder sollen so von Anfang an in die Welt der Naturwissenschaften eingeführt werden. „Sie lernen aber nicht nur wissenschaftliche Aspekte, sondern erwerben auch sprachliche Kompetenzen“, betonte Nieter. Das hat offenbar Erfolg – und macht den Kindern obendrein Spaß. „Viel spannender als Unterricht“, sagt Magnet-Experte Luca zu seiner NAWI-AG am LGL.

Aber auch die Grundschüler und Kita-Kinder haben schon viel zu erzählen. Viertklässler Saiaksh zeigt, wie Geräusche entstehen und wie man sie wieder stoppen kann. „Ein Schlag auf eine Triangel verursacht Schwingungen, die wiederum Geräusche. Stoppt man die Schallwellen mit einem Griff an die Triangel, stoppt man auch die Geräusche“, erklärt er. Weniger technisch, aber nicht minder spannend geht es am Tisch der Pestalozzischule zu. Hier machen Kinder mit Salz, Öl und Mehl eigene Knete.

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