Lampertheim

Galerie im Haus am Römer Lampertheimerin Helga Lavi präsentiert in der Reihe „Bildkultur“ ihre Werke / Erst spät Liebe zur Kunst entdeckt / Ausstellung läuft bis 15. Januar

Neue Collagen aus Naturmaterialien ziehen Blicke auf sich

Archivartikel

Lampertheim.„Ich male die Dinge, wie ich sie denke, nicht wie ich sie sehe,“ ist ein Zitat von Pablo Picasso, das allerdings auch von der Lampertheimer Künstlerin Helga Lavi stammen könnte. Die gebürtige Cuxhavenerin stellt derzeit ihre abstrakten Kunstwerke im Rahmen der Reihe „Bildkultur“ im Haus am Römer aus.

Auf den ersten Blick zeigen die Acryl- und Ölgemälde ein vielfältiges Repertoire an Farben, Formen und Motiven. Einige sind in einem Farbton gehalten, andere sind sehr bunt. Schaut der Betrachter genauer hin, erkennt er ganz unterschiedliche Techniken, mit denen die Künstlerin gearbeitet hat, ebenso wie dreidimensionale Applikationen.

Die Motive lassen meist viel Spielraum zur Interpretation, doch hinter jedem Kunstwerk steckt eine Geschichte, viele davon sind sogar sehr persönlich. Denn Helga Lavi nutzt die Kunst, um ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken. So verarbeitete sie in ihren Werken beispielsweise eine schwere Krankheit und die Trennung eines befreundeten Paares. Auch ihre Wahrnehmung politischer Themen – wie etwa der Flüchtlingskrise und der Energiewende – visualisierte sie in ihrer Malerei.

Riesiges Ohr gefertigt

„Wenn ich mit einem Bild beginne, weiß ich noch nicht, wie das Ergebnis wird“, erklärte die sympathische Künstlerin. Bis sie mit einem Werk vollkommen zufrieden ist, wird es oft eine Weile zur Seite gelegt, noch einmal gedreht oder mit einer weiteren Schicht Farbe oder Strukturpaste versehen.

Neben den abstrakten Malereien stellt Helga Lavi ganz exklusiv eine neue – zur Jahreszeit passende – Bildreihe vor, in der sie Moose und andere Naturmaterialien auf schwarzen Leinwänden kombiniert hat. Auf die Idee, mit Moos zu arbeiten, kam sie durch ihren Sohn: „Er hat ein Tonstudio und wollte immer eine schalldämmende Wand aus Moos“, erzählt sie. Doch einfaches Naturmoos aus dem Lampertheimer Wald war dafür nicht geeignet. Nach einer ausgiebigen Recherchephase fand Lavi schließlich geeignete Moosarten, aus denen sie ihrem Sohn schließlich ein riesiges Ohr fertigte. Dabei fand sie Gefallen an dem Material und begann daraus Naturcollagen herzustellen.

Ihr Lieblingswerk aus dieser Reihe zeigt eines ihrer ersten Gemälde, das nun sanft in Moos gebettet auf einer schwarzen Leinwand installiert ist.

Ihre Liebe zur Kunst entdeckte Helga Lavi erst spät. „In der Schule ging es immer nur darum, möglichst realitätsnah zu zeichnen. Das mochte ich nie. Ich habe viel lieber mit Farben und Materialien experimentiert,“ erinnerte sich Lavi. Doch nach einem Aquarellmalkurs in Lampertheim war ihr Interesse an der Kunst geweckt und sie erlernte unterschiedliche Techniken, die sich alle in ihren Bildern wiederfinden.

Lavis Ausstellung kann ab sofort bis zum 15. Januar während der gesamten Öffnungszeit des Fachbereichs Bildung Kultur und Ehrenamt im Haus am Römer bewundert werden.

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