Lampertheim

Förderverein Verkostung zugunsten der Domkirche / Weine paarweise vorgestellt

Neues Etikett für Lukastropfen

Archivartikel

Lampertheim.Anlässlich des 150. Geburtstages der Domkirche soll eine Stele mit Hinweis auf die Geschichte des Gotteshauses und die Evangelische Lukasgemeinde aufgestellt werden. „Außerdem soll es ein neues Weinetikett für den Lukastropfen geben.“ Das erklärte Rudolf Steffan, zweiter Vorsitzender des Fördervereins Domkirche, bei der traditionellen Weinprobe des Vereins. Auch bei dieser Veranstaltung soll Geld für das Gotteshaus gesammelt werden.

Die letzte Zahlung für die „Große Blaue“ werde im Jahr 2021 getilgt. Dann sei die Vleugls-Orgel abbezahlt, wagte Lukaspfarrerin Sabine Sauerwein einen Blick in die Zukunft. Für das Musikinstrument sei ein Darlehen aufgenommen worden und jährlich müssten 10 000 Euro zurückerstattet werden.

Die Weinprobe in der ehemaligen Notkirche war bestens besucht und so hatten die Helfer alle Hände voll zu tun. Sie banden sich ihre blauen Schürzen um und flitzten los. Zunächst kredenzte das Team die Weine, später tischte es Kartoffeln, Schnitzel und Spargel auf sowie gegen Ende süße Köstlichkeiten.

Neun Weine und eine Sektsorte hatte der Vorstand des Fördervereins mit Dekan Karl Hans Geil im Hinblick auf das Thema „Weine unter anderen Umständen“ ausgewählt. Der Schwerpunkt bei der Präsentation lag auf den Weißweinen.

In jeder Runde stellte Geil zwei korrespondierende Weine gegenüber und verglich diese. Während der Degustation machte der Kenner auf Unterschiede der Bodenbeschaffenheit in den Anbaugebieten und der Verarbeitungstechniken aufmerksam. Außerdem klärte er über Rebsorten, Lagen und Klima auf.

Als Beispiel diente etwa ein „eingemauerter“ Riesling 2014 aus Kirchheimbolanden. Der Wingert dafür sei mit Mauern umgeben, das bringe ein gutes Mikroklima. Karl Hans Geil brachte den Besuchern aber auch Eigenschaften wie Aroma, Säure und Alkoholgehalt näher. „Weil die Reben in verschiedenen Lagen stehen, riechen und schmecken die Weine auch anders“, betonte er.

Idee eines Mönchs

Zur Proberunde Nummer eins gab’s ein kleines Glas mit einem Sekt Riesling brut 2015, Wachenheimer Königswingert, Flaschengärung, und ein großes Glas mit dem Grundwein, aus dem der Sekt hergestellt wurde, ein Riesling, Kabinett halbtrocken, ebenfalls Wachenheimer Königswingert.

„Nach der abgeschlossenen Reifung ist der Sektgrundwein im Rüttelverfahren weiterverarbeitet worden“, erklärte der Dekan. Die Kohlensäure habe den Weingeschmack verändert. Heraus kam ein frischer Sekt – „bei dem die Perlen am Glas von unten nach oben steigen. Das ist ein Qualitätszeichen“, so Geil. Übrigens sei einst ein Mönch auf die Idee gekommen, saure Weine zu versekten.

Bei der Verkostung wurde schließlich auch ein spritziger Riesling probiert, der seinen Ursprung auf verwittertem Sandsteinboden hatte, und ein anderer, der von einem kalkhaltigen Boden stammt. Zum Schluss wurde ein edler Merlot verkostet. roi

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