Lampertheim

Natur Lampertheimer Rallye führt Wandernde mit dem Smartphone durch den Forst / Rätsel auf dem Pfad locken die ganze Familie

Neues Wissen aus dem Wald

Lampertheim.An den heißen Tagen des Jahres kann neben dem Schwimmbad auch ein Gang durch den vergleichsweise kühlen Wald eine willkommene Abwechslung vom Dauerschwitzen bieten. Und weil die komplette Familie in den vergangenen Wochen gefühlt mehr Zeit im Wasser als auf dem Trockenen verbracht hat, beschließe ich, eine Abwechslung vorzuschlagen: Das Ziel ist der Lampertheimer Forst. Schon vor Monaten hörte ich etwas von einer Waldrallye, für die man nichts weiter benötigt als ein Gerät mit GPS, also einem Navigations-Satellitensystem, oder einen „QR-Scanner“ auf dem Smartphone. Ein QR-Code ist ein per Scanner elektronisch lesbarer Code. Zudem ist das Wissen hilfreich, dass die Rallye am Eingang des Walderlebnispfades nahe der Grillhütte beginnt.

Im Prinzip ist alles ganz einfach: Zehn Stationen müssen bewältigt und Fragen beantwortet werden. Einen Buchstaben pro Antwort erhalten die Teilnehmer, am Ende steht im besten Fall ein Lösungswort, welches man einsenden und so an einer Auslosung teilnehmen kann. Der Nachwuchs erklärt sich zum Mitmachen bereit – und da der QR-Scanner endlich einmal sinnvolle Verwendung finden soll, machen wir uns auf den Weg.

Viele Hinweise auf Waldbrandgefahren, eine Wegsperre für Autos und die schon erwähnte Hitze sorgen dafür, dass wir alleine auf weiter Flur sind, was uns nicht stört, im Gegenteil. Doch auch hier haben die Götter den Schweiß vor den Erfolg gesetzt, insbesondere bei einer Außentemperatur von über 30 Grad. Schwieriger als die Beantwortung der Fragen gestaltet sich oft das Auffinden der QR-Codes, im Fachjargon „Caches“ bezeichnet. Unter einem Schild, hinter einem Stamm oder einer Sitzbank – ein Mitarbeiter des Forstes wollte es den Mitspielern da offensichtlich nicht zu einfach machen und das ist wohl auch zu Recht Teil der Unternehmung.

Lehrreiche Tour

Meine Tochter Josefine findet den ersten Code unterhalb des Schildes, welches uns auf der Strecke willkommen heißt. Wir haben einem Specht-Schild zu folgen und tun genau dies. „Bei welchen Bäumen ist das Höhenwachstum am besten zu erkennen?“ lautet die erste Frage, „Nadelbäume“ die erste Antwort. Es gibt viel zu lernen und ganz ohne Konzentration geht es nicht. Die richtigen Lösungen sind zumeist auf unweit postierten Infotafeln zu finden.

Für die Kinder ist die Kombination unterhaltsam: Papas Handy benutzen, durch den Wald laufen, Dinge suchen und Antworten finden. Die neuen Medien können also doch für mehr gut sein, als nur zeitraubend zu daddeln. Apropos Zeit. Eineinhalb Stunden sollte man etwa einplanen und es ist kein Fehler, ein paar Getränke und einen Imbiss mitzunehmen.

Wie vermag das sogenannte Försterdreieck bei der Ermittlung der Höhe eines Baumes zu helfen und was ist Chlorophyll? Jetzt wissen wir es. Ebenso, dass in der Sprache der Waidmänner- und -frauen die Ohren von Wildschweinen „Teller“ genannt werden. Wissen wird kindgerecht vermittelt, auch den Erwachsenen: Das ist hilfreich. Der Spaß ist groß und trotzdem sind wir froh, als wir das Ziel sehen. Der Sommer fordert seinen Tribut. Am Ende bekommen wir den letzten Letter mitgeteilt, dann beginnt die Suche nach dem Lösungswort. Das halte ich geheim, denn selbst bei dieser Rallye gilt: ohne Fleiß kein Preis.

Info: Infos zur Waldrallye unter www.bit.ly/2vsP2cW

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