Lampertheim

CDU-Sommertour Steigende Kinderzahl stellt Hofheimer Bildungseinrichtung vor Platzprobleme / Ortsvorsteher Scholl erläutert Pläne

Nibelungschule „rappelvoll“

Archivartikel

Hofheim.Die Sommertour der CDU Lampertheim machte zuletzt im Schulhof der Nibelungenschule in Hofheim Station. Dort informierte Ortsvorsteher Alexander Scholl nach der Begrüßung durch Edwin Stöwesand die vielen Gäste über die Betreuungssituation in Hofheim – auch mit Blick auf den Kindertagesstättenbedarfsplan der Stadt Lampertheim.

Der zusätzliche Bedarf im Bereich der Kindertagesstätten macht sich insbesondere in der Grundschule bemerkbar. Daher war auch die stellvertretende Schulleiterin der Nibelungenschule Jennifer Köhl trotz laufender Sommerferien zu Gast, um auf die aktuellen Herausforderungen sowie auf den dringend notwendigen Platzbedarf näher einzugehen. Doch der Reihe nach: Die drei bestehenden Betreuungseinrichtungen in Hofheim, Kommunale Kindertagesstätte in der Schubertstraße, Krippe „Kleines Ich“ im Bürgerhaus und Familienzentrum in der Kirchstraße, können der Nachfrage nicht mehr gerecht werden. Speziell im U3-Bereich der Krippen ist der Bedarf enorm gestiegen, es fehlen Plätze.

Wie Scholl informierte, wurde die Planung daher angepasst. Die bereits angedachte Sanierung des Familienzentrums wurde verworfen, stattdessen wird die Einrichtung kurzfristig um eine vierte Gruppe erweitert. „Nach dem Abruf weiterer Fördergelder wird sich die Stadt Lampertheim mit weiteren 200 000 Euro an dem Umbau finanziell beteiligen“, erläuterte der Ortsvorsteher, der die Gelegenheit nutzte, die entsprechende Beschlussfassung der städtischen Gremien in der letzten Sitzungsrunde aufzugreifen.

Kein Verständnis zeigte der Ortsvorsteher für „Stimmungsmache von bekannter Seite“ in den sozialen Netzwerken. Scholl verwies unmissverständlich auf den Einbezug der örtlichen Politik, die Kooperation zwischen dem konfessionellen Träger und der Stadt und die sich daraus ergebenden Synergien für Hofheim. „Das ist gute Kommunalpolitik“, nannte Scholl diesen Schritt.

Die gestiegene Zahl an Kindern macht sich aber auch an der Grundschule bemerkbar, weshalb die CDU mit Jennifer Köhl die stellvertretende Rektorin der 270 Schülerinnen und Schüler zählenden Grund- und Hauptschule eingeladen hatte. Neben 80 Hauptschülern besuche der Großteil der Kinder die Grundschule. „Die Schule ist rappelvoll“, sagte Köhl.

In der Küche sei es eng, ein PC-Raum oder etwa Betreuungsräume stünden aktuell nicht zur Verfügung. „Die Schule platzt aus allen Nähten“, unterstrich die Pädagogin. Im Moment stehen fünf Betreuungskräfte für die Grundschüler zur Verfügung. Lehrer betreuen die fünfte und sechste Klasse. Eine Küchenkraft ist sowohl für die Belange der Grund- als auch für die der Hauptschule zuständig. Doch es ist nicht nur die räumliche Enge, die die Möglichkeiten an der Nibelungenschule einschränkt.

Durch die Schließung des Hallenbades in Lampertheim gestaltet sich auch der Schwimmunterricht schwierig. Es muss nach Bensheim ausgewichen werden. In der täglich bis 16.30 Uhr angebotenen Betreuung machen die Kinder ihre Hausaufgaben. Ein Platz kostet 125 Euro, dazu kommen 56 Euro für das Essen und 50 Euro für die Nutzung des Ferienangebotes pro Woche, wie Köhl erläuterte.

Um das Platzangebot zu erweitern, wurde auch an die „Alte Schule“ in der Wilhelm-Leuschner-Straße gedacht. Elternvertreterin Anne-Kathrin Luz brachte den Ärger und das Unverständnis vieler Eltern darüber zum Ausdruck, dass dieses Gebäude leer steht und vor Ort alles aus den Nähten zu platzen scheint. „Wir bleiben dran“, versprach Thorsten Volkert eine entsprechende Unterstützung.

Beim Rundgang nutzte Jennifer Köhl die Gelegenheit, den CDU-Politikern gezielt einige der Räumlichkeiten zu zeigen, darunter die Küche mit Essgelegenheit, einen Gruppenraum und einen mit Smartboards versehenen Klassenraum. Dabei ging sie auch auf die in der Nibelungenschule stattfindende Inklusion ein. Seit den letzten Herbstferien befinden sich auch die Container im Einsatz (wir berichteten), die laut Köhl bestens gedämmt sind und Lärm absorbieren. Gerade wurde frischer Rasen zwischen den Containern und dem Schulgebäude eingesät, wie Hausmeister Raimund Lösch zeigte.

Ein weiterer Wermutstropfen: Nichts wird es in diesem Jahr mehr mit den benötigten 20 Laptops für die Hauptschüler, da kein W-LAN vorhanden ist. fh

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