Lampertheim

Kommunalpolitik Außenstelle im Bürgerhaus künftig dienstags geöffnet / Michael Plößer folgt auf Moritz Schneider

Ortsbeirat fordert gleiche Chancen

HÜTTENFELD.In der seit Monaten anhaltenden Diskussion zwischen dem Hüttenfelder Ortsbeirat und der Lampertheimer Stadtverwaltung hat die Vertretung des Stadtteils einen Rückschlag hinnehmen müssen. Durch das Einschreiten des Ortsbeirats vor wenigen Monaten konnte die geplante, ersatzlose Streichung des Öffnungsangebotes der Verwaltungsaußenstelle im Bürgerhaus zwar abgewendet werden. Einen SPD-Vorschlag zur „Aufwertung des Arbeitsplatzes“ und damit verbundenen Wiederausweitung der Servicezeiten und -leistungen lehnte die Stadtverwaltung aber ab.

Stattdessen werden die Öffnungszeiten von donnerstags auf dienstags von 15 bis 17 Uhr verlegt, wie Ortsvorsteher Karl Heinz Berg mitteilte. Einen entsprechenden Vorschlag nahm die Versammlung mangels Alternativen einstimmig an. Besonders die Sozialdemokraten pochen aber weiterhin auf ein besseres Angebot vor Ort. „Wir wollen die gleichen Chancen wie in anderen Stadtteilen“, forderte Sozialdemokrat Kurt Arnheiter. In Hüttenfeld könnten kaum noch wichtige Dokumente wie ein Personalausweis beantragt werden.

Einen Erfolg konnte der Ortsbeirat beim zweiten Dauerthema Verkehr verbuchen. Der Blitzer an der Ampel zur Kleingartenanlage an der L 3110 steht. Die CDU erfragte, wo sonst in Hüttenfeld mobil geblitzt wird. „Wir nehmen an schutzbedürftigen Einrichtungen wie der Grundschule und der Kita, also in der Alfred-Delp-Straße und der Viernheimer Straße, etwa drei Mal monatlich Geschwindigkeitsmessungen vor“, erklärte Erster Stadtrat Jens Klingler dazu. Die Christdemokraten erkundigten sich außerdem nach ihren Anfragen, die noch aus dem vergangenen Jahr stammen und von der Verwaltung bislang unbeantwortet blieben.

Willkommensschilder fehlen noch

Klingler begründete den Informationsstau mit der Einarbeitung neuer Mitarbeiter, konnte aber zumindest einige Fragen knapp beantworten. Im ruhenden Verkehr seien in den vergangenen zwölf Monaten in Hüttenfeld 321 Verstöße geahndet worden. Die von der CDU beantragten Willkommensschilder an den Ortseingängen lassen noch auf sich warten. Das neue Stadtmarketing wolle einheitliche Schilder im ganzen Stadtgebiet aufstellen. Außerdem teilte Klingler mit, dass das Verfahren zum Parkplatzbau im ZAKB Energiepark zurückgestellt worden sei und aktuell ruhe.

Tempoanzeige versetzen?

Einen Prüfantrag der SPD zur Versetzung der Tempoanzeige von Hemsbach kommend in die Alfred-Delp-Straße auf Höhe der Grundschule nahm der Beirat mit vier SPD-Stimmen und zwei CDU-Gegenstimmen an. Zwei Enthaltungen kamen von FDP und CDU. „Am jetzigen Standort sind 50 – nicht wie angezeigt – 30 erlaubt. In Höhe der Grundschule macht die Anzeige mehr Sinn. Vielleicht hilft eine Erinnerung“, meinte Berg. Die Christdemokraten Aidas Schugschdinis und Armin Süss bezweifelten die generelle Sinnhaftigkeit einer solchen Anlage und regten an, das mit einer Auswertung zu prüfen.

Eine weitere Stimme entfällt eigentlich auf Beiratsmitglied Moritz Schneider, der sein Amt aber aus „persönlichen Gründen“ niedergelegt hatte. Für ihn rückt Michael Plößer nach, wie Berg mitteilte. Zu anhaltenden Diskussionen hatte in den vergangenen Monaten auch der Streit zur Lärmbelästigung zwischen dem Eiscafé und einem Anwohner geführt. Zuletzt drohte das Ordnungsamt der Eisdiele, die Genehmigung für eine Außenbewirtung zu entziehen. „Ich habe mich dafür eingesetzt, das für Hüttenfeld einzigartige und seit über 50 Jahren bestehende Lokal nicht durch eine kurzsichtige Entscheidung in den Ruin zu treiben“, erklärte der Ortsvorsteher. Nach einem Vor-Ort Termin erteilte das Amt eine Genehmigung mit Auflagen, außerdem sei der Vermieter zum Einbau einer Klimaanlage zur Lärmminderung bereit.

Ferner teilte Berg mit, dass er sich über das Gebiet zwischen Waldstraße und Viernheimer Wald beim städtischen Bauamt erkundigt habe. Im Flächennutzungsplan sei der Bereich als Wohnbaufläche vorgesehen, Grundstückseigentümer könnten sich bei Verkaufsinteresse an die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEL) wenden.

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