Lampertheim

Bürgerhaus Hofheim Nach Verzögerung muss sich Lampertheimer Verwaltung Fragen des Ortsbeirats stellen

Ortsvorsteher: Wir brauchen einen verlässlichen Zeitplan

Lampertheim/Hofheim.Dabei hatte alles so gut begonnen: Stadtverwaltung, Ortsbeirat und Vereine haben sich zusammengesetzt, um den Umbau des Hofheimer Bürgerhauses gemeinsam zu stemmen. Vom kooperativen Modell schwärmte im Juli 2016 auch Erster Stadtrat Jens Klinger: "Für Hofheim eine super Sache." Doch inzwischen ist die Euphorie zumindest einer deutlichen Ernüchterung gewichen.

Denn der Umbau der für Hofheim so zentralen Versammlungs- und Veranstaltungsstätte dauert länger als geplant. Die aktuelle Verzögerung beträgt rund ein Vierteljahr. Sollte das Bürgerhaus ursprünglich im Spätsommer wieder komplett hergestellt gewesen sein, so müssen Bürger und Vereine im Stadtteil froh sein, wenn sie mit Beginn des neuen Jahres wieder in ihr beliebtes Domizil einziehen dürfen. Die Folge: Weihnachtsfeiern müssen gestrichen oder räumlich verlegt werden.

"Natürlich ist das ärgerlich", räumt Erster Stadtrat Klingler ein. Allerdings habe der Umbau des Bürgerhauses von Beginn an unter dem Dirigat eines ambitionierten Zeitplans gestanden. Dass sich nicht alle beteiligten Handwerksbetriebe in dieses zeitliche Korsett gefügt hätten, sei "blöd gelaufen". Auch habe es die Lampertheimer Verwaltung nicht geschafft, die sich anbahnenden Verzögerungen rechtzeitig zu kommunizieren.

Im Arbeitskreis der Hofheimer Vereine hat die Verwaltung bereits Rede und Antwort gestanden und die Gründe für den stockenden Umbau erläutert. Der Leiter des Fachdienstes Technisches Immobilienmanagement bei der Lampertheimer Stadtverwaltung, Michael Köthe, erklärt auf Anfrage des "Südhessen Morgen", die Handwerksbetriebe hätten teilweise nicht zuverlässig agiert. So habe es Probleme mit dem Bodenleger gegeben, der das Treppenhaus nicht fertiggestellt habe.

"Das zieht sich in die Länge"

Unterschätzt worden sei obendrein, dass eine erneuerte Lichttechnik eine längere Anlaufzeit benötige, bis sie tatsächlich einwandfrei funktioniere. Als aufwendiger erwiesen habe sich auch die Installation einer neuen Lüftungstechnik unter der Decke. Und dann habe sich auch noch der Parkettaufbau vom Boden gelöst, Putzarbeiten seien von Hand erledigt worden: "Das zieht sich in die Länge", zählt Köthe viele weitere Einzelmaßnahmen auf.

Letztlich hält er eine Verzögerung von bis zu drei Monaten bei einem Umbauprojekt dieses Ausmaßes durchaus nicht für ungewöhnlich. Allerdings äußert Köthe auch die Einschätzung, dass mit dem Umbau zu spät begonnen worden sei. Man habe seinerzeit gegenüber den Hofheimer Vereinen Konzessionen machen wollen.

Unterdessen hat nun auch der Hofheimer Ortsbeirat den Magistrat der Stadt Lampertheim um eine Stellungnahme im parlamentarischen Gremium gebeten. In der nächsten Ortsbeiratssitzung am morgigen Mittwoch steht der Punkt auf der Tagesordnung. Ortsvorsteher Alexander Scholl betont auf Anfrage, die Hofheimer Vereine seien zwar informiert worden. Doch seitdem sei wieder einige Zeit vergangenen. Deshalb gebe es im Stadtteil nun Bedarf an einem aktuellen Zeitplan. Betroffen seien im übrigen nicht nur die Vereine, sondern auch die Außenstelle der Verwaltung, die in diesen Wochen hätte ins Bürgerhaus einziehen sollen.

Gerade mit Blick auf die engen Absprachen zwischen Verwaltung, Vereinen und Ortsbeirat zeigt sich Scholl heute "enttäuscht" über den tatsächlichen Verlauf der Bauarbeiten. Doch liegt ihm nicht daran, der Verwaltung den Schwarzen Peter zuzuschieben. Vielmehr komme es darauf an, dass für Vereine und Kulturtreibende Planungssicherheit geschaffen werde: "Entscheidend ist, dass wir jetzt einen verlässlichen Zeitplan kriegen", blickt der Ortsvorsteher auf die morgige Beiratssitzung.

Problem Weihnachtsfeiern

Von der Verzögerung des Umbaus seien unter anderem die Egerländer Gmoi, aber auch die Krautstorze mit ihren Veranstaltungen und Theateraufführungen betroffen. Die größten Hofheimer Vereine, Turn- und Fußballverein, würden ihre Weihnachtsfeiern im jeweiligen Vereinsdomizil abhalten.

Immerhin hätten die Hofheimer noch nicht alle Hoffnung aufgegeben, dass wenigstens die Fastnachtsveranstaltungen im Bürgerhaus stattfinden könnten. "Der Hofheimer Carneval Verein geht davon aus", sagt Alexander Scholl, der auch Sitzungspräsident des HCV ist, "dass er Fastnacht macht". Das darf die Lampertheimer Verwaltung durchaus als gut gemeinte Aufforderung verstehen.

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