Lampertheim

Tonkunst Produzent Hans-Peter Stoll gibt Einblick in sein Studio

Packende Hörspiele aus Lampertheim

Archivartikel

Lampertheim.Ran an den Rechner und Ton ab! Hans-Peter Stoll setzt sich an seinen Arbeitsplatz, spielt Hörproben ab und nimmt den Zuhörer in die faszinierende Welt der Hörspiele mit.

Der Lampertheimer hat 2019 drei spannende Hörspiele produziert, die verschiedenen Genres angehören: Den Krimi „Borabeck – Alles hat zwei Seiten“, das Drama „Sara – Der letzte Schlag“ und die Parodie „Kurz und Kralle – Der Kaffeebecher“. Die Hörspiele sind eine Crossover Produktion von Hans-Peter Stoll und den Machern der Webseite Hörspielprojekt.de. Stoll hatte die Produktionsleitung und Regie übernommen. Und so liefen bei ihm alle Fäden zusammen.

Wer mehr über die Hörspiele erfahren und hören möchte, kann sich diese kostenlos auf der Plattform Hörspielprojekt.de runterladen oder auf You Tube anhören.

Ausgebildeter Sprecher

Stoll ist ausgebildeter Sprecher mit künstlerischen und kreativen Fähigkeiten. Und er besitzt ein eigenes Tonstudio mit Sprecherkabine, die einen optimal trockenen Raumklang für Aufnahmen hat. Zur technischen Ausrüstung gehören etwa auch Mikrofon und Mischpult. In seinem Heimstudio arbeitet er am Computer, mit der geeigneten Audio-Software für Sprach-, Geräusche- und Musikaufnahmen.

Das aufgenommene Material wird später bearbeitet. Schließlich sollen packende Geschichten mit Hilfe der Stimmen, Geräusche und Musik kunstvoll arrangiert werden, damit sich bildhafte Szenen entfalten können und dem Hörer ein echtes Hörerlebnis geboten wird. Für die Vertonung hat sich Stoll ein Archiv an Utensilien angelegt, mit denen er beispielsweise Fußschritte erzeugt. „Je nach Untergrund und Schuhwerk unterscheiden sich die Geräusche“, erzählt der Produzent und fügt hinzu: „Die Geräusche werden dazu gemischt.“

Das bedeutet, unterschiedliche Tonaufnahmen, wie das Sprechen der Charaktere, die Musik und die Geräusche werden getrennt aufgenommen und hinterher zusammengesetzt. Zunächst aber benötigte Stoll zündende Ideen für seine Storys, die er in einem Drehbuch festhielt. „Der Krimi wird aus Sicht der Hauptperson erzählt, das Drama enthält Monologe und die Parodie arbeitet mit Rückblenden“, sagt der 47 Jahre alte Produzent. Gegensätzliche Charaktere beleben die Storys. Das Spannende an Hörspielen aber sei, dass jede Geschichte zwar eigenständig ist, aber dennoch die Storys ineinander übergehen. „Jede Hauptfigur aus einer Geschichte trifft der Zuhörer in den anderen Hörspielen wieder“, verrät der Produzent.

Für sein Vorhaben hat der Lampertheimer über die Hörspielplattform weitere Sprecher gecastet, um die verschiedenen Rollen zu besetzen. Es sprechen etwa der Mannheimer Schauspieler Oliver Jaksch, der die Rolle der Hauptfigur des Leo Borabecks einnimmt, und die Münchener Schauspielerin Nicola Trub, die als Sara Haber im Drama zu hören ist. Zur Kategorie Humor gehört „Der Kaffeebecher“. Das Werk bestimmen die Kommissarin Kralle (Saskia Haisch) und der Kommissar Kurz (Frank Keiler). Der Mannheimer Sprecher Jaksch war bei Stoll zur Studioaufnahme. Andere Sprecher konnten sich mittels Skype für Regie-Anweisungen einschalten und anschließend ihre Sprachaufnahmen zusenden.

Im Krimi übernimmt Alfred Leopold Borabeck – genannt Leo – die Geschäfte der Familie. Der Hörer lernt ihn als knallharten Geschäftsmann, aber auch als Familienvater kennen. Er will herausfinden, wer seine Eltern ermordet hat. Im Drama „Sara“ erfährt der Hörer, dass die Hauptfigur Sara nach einer schweren Kindheit nun den vermeintlichen Mann fürs Leben gefunden hat. Ihre Geschichte beschreibt die Schwierigkeit, aus dem Kreislauf häuslicher Gewalt auszubrechen. Am Ende entscheidet sie sich für einen ungewöhnlichen Schritt.

In der Parodie „Kurz und Kralle – Der Kaffeebecher“ werden die Kommissare Kurz und Kralle zum Polizeirat gerufen. Bereitwillig erzählen sie ihre Geschichte, und die dreht sich um einen Kaffeebecher. Laut Empfehlung sind die Hörspiele für ein Alter von 16 Jahren an geeignet.

Wer die Grundlagen eines Sprechers erlernen möchte, dem bietet Hans-Peter Stoll ein Sprecherseminar an. Gelernt wird natürliches Sprechen, dass nicht klingt wie abgelesen. Außerdem zeigt Stoll, wie man mit der richtigen Intonation im Text gekonnt Spannung aufbaut.

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