Lampertheim

Freizeit Auch wenn die Bäume längst gewichen sind – am Sandtorferweg wird weiter gefeiert / Vereine mit Zuspruch zufrieden / Andrang vor allem am Sonntag

Pappelfest überlebt seine Namensgeber

LAMPERTHEIM.Längst stehen die Pappeln am Bachgraben nicht mehr – gefeiert wird das Pappelfest aber noch immer. 1982 haben der Odenwaldklub (OWK), die Naturfreunde und der Carneval-Club Rot-Weiß (CCRW) das Pappelfest als gemeinsame Veranstaltung eingeführt. Inzwischen feiern die drei benachbarten Vereine am Sandtorfer Weg aber getrennt. Der OWK hatte zu einem musikalischen Abend am Freitag und dem Familientag am Sonntag geladen, die große Fete der Naturfreunde stieg ebenfalls am Sonntag. Der CCRW „pappelt“ mittlerweile gar nicht mehr, sondern feiert samstags ein Familienfest.

„Damals wurde das Pappelfest eingeführt, um – im Falle des OWK – das neugebaute Vereinsheim zu finanzieren“, erinnerte sich Marius Schmidt zur Festeröffnung am Freitagabend. Der Pressesprecher des Wanderklubs muss es wissen. Sein Opa Horst, seit 38 Jahren Vorsitzender des OWK, war schließlich maßgeblich an der Entstehung des Pappelfests beteiligt.

„Die Pappeln sind aber fast alle verschwunden“, erklärten Schmidt und Naturfreunde-Vorsitzende Petra Below unisono. Wegen der hohen Feuchtigkeit im Boden hätten sie eine kurze Lebensdauer. „Sie saugen sich voll mit Wasser und verfaulen von innen“, so der OWK’ler. „Dann knicken sie reihenweise einfach ab“, ergänzte Below. Eine kurze Lebensdauer kann man dem Pappelfest dagegen nicht nachsagen.

Das Familienfest wurde in den 80ern schnell zur Tradition und zum umsatzstärksten Fest der Vereine. Inzwischen haben dem Pappelfest zwar andere Veranstaltungen den Rang abgelaufen, ordentlich gefeiert wird in Lampertheims Süden aber noch immer. „Aus Tradition und weil wir zwei schöne Tage miteinander verbringen wollen“, sagte Marius Schmidt. Trotz weniger Besucher als noch vor Jahren nehme die Bevölkerung das Fest gut an.

Am Freitagabend heizte die Musikschulband „Second Chance“ den Besuchern vorm OWK-Vereinsheim ein. Für den Verein „ein gelungener und gemütlicher Abend mit guter Musik“. Mit dem Andrang auf den Biergarnituren war der Pressesprecher zufrieden. Die Formation aus „Altschülern“ der Musikschule unterhielt das Publikum mit leidenschaftlich vorgetragenen Gassenhauern der 60er und 70er Jahre, spielte aber auch Westernhagen-Songs und moderne Pop- und Rockstücke.

Das große Fest stieg dann aber am Sonntag. Schon um zehn Uhr trat der Gesangverein Cäcilia Sängerrose auf, danach füllten sich die Grünanlagen von OWK und den Naturfreunden mehr und mehr. Das Technische Hilfswerk war eigens für eine Kinderaktion angerückt. Die Einsatzkräfte bauten mit Kindern Brücken und Mini-Deiche, daneben standen – perfekt zum Toben – die Hüpfburgen. Den jüngsten Besuchern gefiel’s. „Voll cool“, freute sich der achtjährige Jan. Ute Gabel-Schader schminkte viele Jungen und Mädchen mit bunten Farben. Richtig voll wurde es am Mittag bei den Naturfreunden. Ein reichhaltiges Angebot vom Grill sowie Kaffee, Kuchen und Livemusik lockten viele Lampertheimer. Das „Duo autark“, das durch den spontanen Einsatz von Schlagzeuger Michael Fenzel zum Trio wurde, spielte den Tag über auf der Anlage. „Der Freitag und der Sonntag verbinden die Generationen miteinander“, hob Schmidt hervor. Naturfreunde und OWK waren mit je 15 Ehrenamtlichen im Einsatz. Mit dem Vatertagsfest sei das Pappelfest noch immer das wichtigste für ihren Verein, betonte Below. „Ein tolles Fest für die ganze Familie“, fand ein Familienvater, der mit seinen drei Sprösslingen gekommen war. Die Naturfreunde waren jedenfalls mit sonnigem Wetter und dem großen Andrang zufrieden. So konnten sich auch die Kassenwarte beider Vereine über Umsatz nicht beklagen.

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