Lampertheim

ICE-Trasse SPD- und CDU-Vertreter aus Lampertheim und der Region äußern sich zur Entscheidung im Beteiligungsforum

Parteien fordern „echten“ Projektbeirat

Lampertheim.„Wir haben über Jahre engagiert die Konsensvariante voller Überzeugung vertreten. Nach dem Verlauf des Beteiligungsforums ist allerdings deutlich geworden, dass die Bahn die Variante ,Mannheim direkt’ mit teilweiser Untertunnelung in offener Bauweise favorisiert. Dieses Resultat entspringt auch jahrzehntelangen Bemühungen der lokalen Bürgerinitiativen und dem geschlossenen Auftreten der politisch Verantwortlichen in der Region. Aber dennoch reicht uns das vorgestellte Ergebnis noch nicht aus – der Bergsträßer Konsens bleibt unser qualitativer Maßstab.“ Mit diesen Worten kommentieren die SPD-Fraktionsvorsitzenden aus Lorsch, Einhausen und Lampertheim, Dirk Sander, Reimund Strauch und Marius Schmidt die Lage rund um die geplante Bahnneubaustrecke.

Übereinstimmend fordern die SPD-Fraktionen aus Einhausen, Lorsch und Lampertheim einen bergmännischen Tunnel von Einhausen-Nord bis hinter Neuschloß sowie eine Deckelung der Strecke bei Langwaden. Diese Ansicht wird auch von Bundesjustizministerin und Bergsträßer Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht unterstützt. „Das Schutzgut Mensch muss in den Mittelpunkt unserer Betrachtung“, so Reimund Strauch.

Dirk Sander ergänzt, dass „nur eine politisch über alle Parteigrenzen hinweg geschlossene Haltung nun weiterhilft. Dies sollte mit fraktionsübergreifenden Resolutionen in Kreistag und Gemeindeparlamenten sowie einer geschlossenen Haltung der Region auch schon für einen Planungsworkshop der Bahn deutlich gemacht werden.“ Weiterhin unterstreicht Marius Schmidt, dass „wir weiterhin die Forderungen der Bürgerinitiativen nach einem echten Projektbeirat für die Strecke mit unseren Mitteln unterstützen werden.“ „Da die Bergsträßer Konsenstrasse im Auswertungsprozess der Bahn leider nicht in die engere Auswahl gekommen ist, muss die alternative Streckenführung möglichst menschen- und umweltverträglich sein. Die Bürgerinnen und Bürger von Lorsch und Einhausen benötigen einen effektiven Lärmschutz und der Lampertheimer Wald eine schonende Trassenführung. Dies gelingt nur mit einem bergmännischen Tunnel“, schließt Lambrecht ihr Statement.

In einer Videokonferenz befasste sich auch der Bezirksvorstand der CDU Südhessen mit den Ergebnissen des Beteiligungsforums. „Nun herrscht Klarheit über die Vorzugsvariante der DB AG für dieses zentrale Infrastrukturprojekt im Abschnitt Frankfurt - Mannheim“, so Bezirksvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Michael Meister aus Bensheim.

„Um den Schallschutz weiter zu optimieren, benötigt ein parlamentarisches Verfahren im Deutschen Bundestag eine solide Vorbereitung. Wir fordern als CDU Südhessen hierfür die Einrichtung eines Projektbeirates“, so Meister. Die Zerschneidung einer bereits dicht besiedelten Kulturlandschaft müsse auf ein Minimum begrenzt bleiben und einen hochwertigen Naturschutzausgleich erfahren. Hierbei sei möglichst die landwirtschaftliche Nutzfläche zu schonen. red

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