Lampertheim

Jugendförderung Kindermusical der Freien Bühne Neuwied begeistert im Schwanensaal / Nur wenige Kinder bei der Aufführung

Piratenprinzessin Lucy übernimmt das Kommando

Archivartikel

Lampertheim.Wellen rauschen und Nebel wallen. Ein Schiff mit weißen Segeln fährt über das Meer und kämpft sich durch die Wellen. Es ist ein Piratenschiff. Das ist unschwer auszumachen, da unterm Steuerrad ein Totenkopf mit gekreuzten Knochen angebracht wurde. In der Wirklichkeit tauchen die kleinen und großen Besucher in die fantastische Welt der Erzählungen ein, denn auf der Schwanensaalbühne wird das Kindermusical „Die Piratenprinzessin“ von einem Zwei-Personen-Ensemble aufgeführt.

Stundenlang haben die Musicaldarsteller Tammy und Boris Weber der Freien Bühne Neuwied das Bühnenbild sowie die Ton- und Lichtanlage auf- und später wieder abgebaut. Das Ehepaar verkörpert die verschiedenen Figuren und leiht ihnen ihre Stimmen. Mal schlüpfen sie in die Rollen der Personen, mal bedienen sie die großen Handpuppen. Ihre Kreativität verschmilzt mit der Freude, für ihre Gäste zu spielen. Und trotz aufgebauter Spannung kommt der Spaß nicht zu kurz.

So erleben die Theaterbesucher ein einfallsreiches, packendes und humorvolles Bühnenwerk. Während die kleinen Gäste über die witzigen Sprüche, wie über den Papagei Haken Kalle sowie den Meuterer und Möchtegern-Kapitän, den bösen Affen McMonkey – mit Augenklappe – lachen, staunen die großen Leute über das konzentrierte und vielseitige Spiel der Theaterleute. Für diese ist blitzschnelles Umkleiden angesagt, auch wenn es oftmals nur geschickt gewählte Accessoires sind. Auch reißt das Schauspielerehepaar die Zuschauer mit peppigen Liedern mit und bringt Füße zum Wippen.

Optimale Bedingungen

Später berichten die Darsteller dem „Südhessen Morgen“, dass Boris Weber die Texte schreibt und ein Komponist die Melodie. Sie äußern sich froh darüber, wieder spielen zu können, denn auch sie litten monatelang unter der Corona-Krise. Für das Theaterspiel boten die Lampertheimer Bühnenverhältnisse optimale Bedingungen, lobten die Mimen.

Vorerst steuert auf der Bühne ein stattlicher Kapitän das Schiff. Der Inhaber der Schiffsgewalt entpuppt sich als der berühmte Pirat White Bird. Auch seine Tochter, die Piratenprinzessin, ist mit an Bord. Lucy soll die neue Kapitänin werden. „Wir sind Piraten mit Herz und Ehr‘“, betont Lucy singend. Bis sie allerdings die Nachfolge übernehmen kann, gilt es, ein Abenteuer zu meistern. Jetzt wird für Nervenkitzel gesorgt. Die eigentliche Schiffsmannschaft wird auf einer Insel ausgesetzt und Kapitän White Bird wird überrumpelt. McMonkey stiftet eine Meuterei gegen den Vorgesetzten an. Dabei soll Messer-Toni helfen. Schon bald nehmen die habgierigen Seeräuber Kurs auf die Insel Turk Island, um einen Schatz zu bergen. Haken Kalle ist wegen der Gehorsamsverweigerung der bösartigen Schiffsbesatzungsmitglieder empört und wettert im Berliner Dialekt über das „stinkende Affenvieh“. Die Zuschauer lachen amüsiert. Doch die Nachwirkung kommt prompt. Der machtversessene Affe grölt: „Halte deinen Schnabel, du Federvieh!“

Lucy ist die Größte

Die Revolte kann letztendlich zerschlagen werden und die 13-jährige Piratenprinzessin wird Kapitänin. „Lucy ist die Größte, ein regelrechter Held“, ertönt es aus den Kehlen der friedvollen Piraten und feierlich verkünden sie: „Jetzt holen wir die Mannschaft zurück.“ Die kleinen Theaterbesucher sind begeistert, da es ein Happy End für die Schiffstruppe gibt.

Weniger begeistert ist Susanne Camus von der Lampertheimer Jugendförderung. Die kommunale Einrichtung hatte die Kinderbühne eingeladen und nur wenige Kinder waren zu der Aufführung gekommen. „Mir hat es ganz toll gefallen“, schwärmt Niklas. Der Sechsjährige lässt seine Begeisterung auch die Theaterleute wissen.

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