Lampertheim

Kriminalstatistik 2018 Delikt-Zahlen im Gebiet der Station Lampertheim-Viernheim großteils rückläufig / Zunahme bei Einbrüchen

Polizei setzt gegen Einbrecher auf Prävention und Präsenz

Archivartikel

Lampertheim/Viernheim.Die Gesamtzahl aller Delikte im Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Lampertheim-Viernheim ist im vergangenen Jahr zurückgegangen; von 4136 Fällen auf 3618 Fälle. Das geht aus der Kriminalstatistik 2018 (siehe Grafik) hervor, über deren Details wir mit Matthias Seltenreich, dem Leiter der Polizeistation gesprochen haben. Allein bei den Einbrüchen gab es vergangenes Jahr eine Zunahme. „Allerdings ist die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen im ersten Halbjahr dieses Jahres deutlich rückläufig. Wir sehen hier gesunkene Fallzahlen bei gestiegener Aufklärung, und zwar in allen Kommunen“, erklärt Matthias Seltenreich.

Die Polizeistation Lampertheim-Viernheim ist für Groß-Rohrheim, Biblis, Bürstadt, Lampertheim und Viernheim zuständig, das ist deckungsgleich mit dem Verbreitungsgebiet des Südhessen Morgen. Gerade mit Blick auf die aktuell sinkenden Zahlen bei den Einbrüchen sagt der Erste Polizeihauptkommissar: „Wir sind hier auf einem guten Weg.“ Um sofort einzuschränken: „Aber ich gebe zu bedenken: Die dunkle Jahreszeit kommt erst noch, die Entwicklung muss nicht so bleiben wie im Moment.“

Zur Bekämpfung der Einbruchkriminalität setze die südhessische Polizei auf Prävention durch Aufklärung. Immer wieder würden Informationsveranstaltungen angeboten, bei denen sich die Bürger zu Maßnahmen gegen Einbruch beraten lassen können. Von diesen Angeboten werde vermehrt Gebrauch gemacht, so der Beamte.

Großes Lob für die Kollegen

Seltenreich nutzt das Gespräch mit dieser Zeitung, um für die Prävention zu werben. So erinnert er an die Möglichkeit, einen Einbruchsexperten der Polizei zu Hause einzuladen. Dieser Beamte würde die Immobilie auf mögliche Schwachstellen untersuchen und Verbesserungen vorschlagen. Alles werde in einer schriftlichen Analyse mit Empfehlung festgehalten. Dieser Service sei kostenlos und mit einem Anruf beim Polizeipräsidium Südhessen in Darmstadt zu verabreden (siehe Info). Der wachsame Nachbar und die Beleuchtung dunkler Ecken im Garten mittels Bewegungsmelder seien ebenfalls probate Mittel der Abschreckung. Seltenreich: „Einbrecher scheuen das Licht.

Dass die Delikt-Zahlen im vergangenen Jahr insgesamt rückläufig waren, führt der Chef nicht zuletzt „auf eine wirklich gute Mannschaft“ zurück. Die Beamten seien sehr einsatzbereit, flexibel und engagiert. „Darauf bin ich richtig stolz“, sagt Seltenreich. Bei der personellen Ausstattung stehe die Polizeistation „momentan ganz gut da“. Was eine gesteigerte Präsenz in den Orten gewährleistet. Die Leute draußen müssten aber auch die Zeit zum Präsentsein haben und „nicht mit zehn anderen Aufträgen losfahren“.

Bekenntnis zu Modell Viernheim

„Die Leute meinen immer, ich muss das sagen, weil ich der Vorgesetzte bin. Nein, ich will das sagen: Die Konzentration der Kollegen in Lampertheim mit der Besetzung der Station in Viernheim am Tag hat sich bewährt“, erklärt Seltenreich. Es seien heute mehr Kollegen präsent in Viernheim als zuvor. Und zusammen mit der Schwerpunktstation Lampertheim sei die Polizei in Viernheim auch schlagkräftiger.

So habe man 2018 den beginnenden Drogenhandel am TiB mit verschiedenen konzertierten polizeilichen Maßnahmen oder etwa die Diebstähle aus Fahrradkörben ohne Hilfe anderer Dienststellen beendet. Diese Wirkungskraft sei im alten Zuschnitt nicht gegeben gewesen.

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