Lampertheim

Kriminalität Leiter der Polizeistation Lampertheim-Viernheim zufrieden mit verbesserter Aufklärungsquote

„Prävention zeigt Wirkung“

Lampertheim.Bundesweit geht die Kriminalität zurück. Das verkündete Bundesinnenminister Horst Seehofer diese Woche in Berlin, als er die Zahlen der Kriminalstatistik für 2017 vorstellte. Auch im Bereich der Polizeistation Lampertheim-Viernheim, die für Bürstadt, Biblis und Groß-Rohrheim ebenso zuständig ist, ist die Gesamtzahl der Straftaten 2017 im Vergleich zum Vorjahr von 4262 auf 4136 gesunken. Bei den Wohnungseinbrüchen, den Sachbeschädigungen und den schweren Diebstählen beispielsweise wurden im vergangenen Jahr weniger Straftaten zur Anzeige gebracht als 2016.

Damit liegt die Polizeistation also im Trend – landes- wie bundesweit. Vor allem der Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen sei ein Phänomen, das sich in der ganzen Republik zeige, berichten die Verantwortlichen der örtlichen Polizei im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“. Erster Polizeihauptkommissar Matthias Seltenreich, der seit Mitte Dezember die Station in Lampertheim leitet, führt die rückläufigen Zahlen bei den Einbrüchen auf die starke Präventionsarbeit seiner Kollegen zurück: „Wir haben die Kontrollen im öffentlichen Raum gesteigert.“ Zusätzlich zeige Wirkung, dass die Polizei großen Wert auf Prävention lege und die Bürger darüber informiere, wie sie sich vor Einbrechern schützen können. Auch dass das Land Hessen den Einbau von Schutzmaßnahmen finanziell unterstütze, wertet Seltenreich als wirksam, denn viele Täter ließen von ihrem Einbruchsvorhaben ab, wenn es nicht beim ersten Versuch gelingt. Polizeipressesprecherin Christiane Kobus vom Polizeipräsidium Südhessen berichtet, dass die Polizei Erkenntnisse darüber habe, wie sich Täter gegenseitig vor den Kontrollen im südhessischen Raum gewarnt hätten.

Geständiger Täter

Schlagzeilen machte im vergangenen Sommer eine Tatserie, bei der in zwölf Fällen zwischen Ende Juni und Anfang August Friseurgeschäfte und Kosmetikstudios das Ziel von Einbrüchen waren. Da an allen Tatorten eindeutige Spuren gesichert werden konnten, sind die Taten aufgeklärt worden. Beschuldigt wird ein 23-jähriger Mannheimer, der die Taten inzwischen auch gestanden hat, so die Polizei.

Auch wenn Prävention nicht direkt messbar sei, so lasse sich an den rückläufigen Zahlen doch ablesen, dass sie ihre Wirkung habe, meint Seltenreich. Deswegen sei die Polizei auch sehr aktiv und bemühe sich, präsent zu sein. Es sei wichtig, im öffentlichen Raum wahrgenommen zu werden – nicht nur, aber auch wenn sich Delikte oder Angsträume verdichten. Dann würden auch sogenannte ereignisunabhängige Kontrollen zur Gefahrenabwehr durchgeführt. „Je mehr wir stören, umso besser“, so Seltenreich.

Wirksame Fahrradcodierung

In allen Kommunen außer Viernheim ist auch die Zahl der Fahrraddiebstähle, bei denen die Täter ein Schloss überwinden mussten, zurückgegangen. Hier mache sich die Fahrradcodierung bemerkbar, die die Polizeistation kostenlos anbiete und die rege nachgefragt sei, erläuterte Kriminalhauptkommissar Jörn Berg von der Dezentralen Ermittlungsgruppe der Kripo.

Mit 117 Fällen wurden 2017 in Lampertheim 18 Körperverletzungen mehr angezeigt als im Vorjahr. Auch in Bürstadt waren es mit 68 Fällen acht mehr als 2016 und in Biblis gab es 22 (2016: 15) Fälle von Körperverletzung. In Groß-Rohrheim (2017: 5, 2016: 11) und Viernheim (2017: 123, 2016: 146) ging die Zahl dieser Straftaten hingegen zurück. Eine genaue Ursache für die Entwicklung dieser Taten können die Polizeibeamten nicht benennen. Die Veränderungen ließen sich nicht mit bestimmten Ereignissen wie Festen in Verbindung bringen. Generell seien die Zahlen in diesem Bereich immer schwankend. Das liege auch am Anzeigeverhalten der Betroffenen und oft gebe es Gegenanzeigen. Aber fast alle Fälle von Körperverletzungen konnten aufgeklärt werden.

Die Aufklärungsquote insgesamt konnten die Beamten der Polizeistation Lampertheim-Viernheim in allen Kommunen verbessern. Während 2016 noch 55,98 Prozent der Straftaten aufgeklärt werden konnten, waren es 2017 60,14 Prozent. Dahinter verbergen sich „viele kleine Erfolge“, wie Stationsleiter Seltenreich sagt. Den großen Fall habe es 2017 in seinem Zuständigkeitsbereich genauso wenig gegeben wie den großen Schlag gegen die Kriminalität.

Im Bereich der Polizeidirektion Bergstraße lag die Aufklärungsquote bei 60,7 Prozent. Im gesamten Kreisgebiet verzeichnete die Polizei 9679 Straftaten, 777 Delikte weniger als 2016. Auch hier ist der Rückgang vor allem bei den schweren Diebstählen und den Wohnungseinbrüchen signifikant.

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