Lampertheim

Problem schon lange bekannt

Zur Berichterstattung über die aktuelle Situation im Schülerverkehr

Ich denke, die Problematik Schulbusse bedarf Aufklärung. Zum besseren Verstehen sollte der Leser wissen, dass es in Lampertheim keine reinen Schulbusse mehr gibt. Die Politik hat vor Jahren aus Kostengründen den Schulbusverkehr komplett eingestellt. Heute fahren nur noch Linienbusse. Die Vorgaben für Schulbusse sind viel strenger, auch was die Haltestellen angeht. Dazu müsste man aber einen Verkehrsspezialisten befragen.

Im Fall vom Rosengarten ist das Problem der vollen Busse dem Kreis und der Stadt schon länger bekannt. Es gibt Eltern aus Hofheim und Rosengarten, die schon vor der Corona-Pandemie die Kinder lieber mit dem Auto zum Lampertheimer Schulzentrum gefahren haben. Denn in einem vollen Bus an der Frontscheibe zu stehen, sorgt bei den Eltern nicht gerade für das Gefühl, dass ihr Kind sicher auf dem Weg zur Schule ist. Man muss sich nur ausmalen, was mit den Kindern, die im Bus während der Fahrt stehen, passiert, wenn der Bus auf der Landstraße bei 60 Stundenkilometern eine Vollbremsung machen muss. Das Problem ist schon Jahre bekannt. Selbst ein Ortstermin brachte nicht das gewünschte Ergebnis. Die Busse sind nach wie vor zu voll. Wenn sich die Verantwortlichen beim Kreis aber nur mit den gemeldeten Schülerzahlen beschäftigen, ohne zu schauen, mit welchen Bussen die Kinder letztendlich fahren, muss einen der Zustand nicht wundern. Die Elterntaxis wiederum sorgen für Konflikte vor den Schulen. Dort steigt mit jedem zusätzlichen Auto die Unfallgefahr für die Fußgänger und Fahrradfahrer. Auch könnte man im Vorfeld bei der Planung der Stundenpläne durch eine entsprechende Verteilung der Schulanfangszeiten für Entspannung sorgen. Wenn aber der Kreis im Blindflug nur auf Sicht fährt, ist das Chaos perfekt.

Und um noch zu den Hygienevorschriften und Abstandsregelungen in der Corona-Krise zu kommen, macht es wenig Sinn, die Kinder in der Schule zu trennen, um sie dann alle zusammen wie Ölsardinen in den Bus zu pressen. Es könnte ein Teil der Kinder online unterrichtet werden. Leider gibt es noch immer genug Schulen im Kreis, die gar kein WLAN in den Klassenzimmern haben. Was bei einem eventuellen zweiten Lockdown bedeutet, dass die Schüler wieder mit analogen Arbeitsblättern versorgt werden.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional