Lampertheim

Purer Idealismus

Archivartikel

Uwe Rauschelbach über Probleme beim Wohnungsbau

 

Bund und Länder sind bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gefragt. Doch selbst wenn die wahlkämpfenden Parteien auf Landesebene ihre Versprechungen umsetzten, den sozialen Wohnungsbau zu stimulieren, so könnten sich die Kommunen auch künftig nicht mit einer Statistenrolle begnügen. Lampertheim hat diese Erkenntnis bereits in die Praxis umgesetzt, etwa indem Haushaltsmittel zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus freigegeben werden – obwohl die Bezuschussung von sozialem Wohnraum nicht zu den originären Aufgaben einer Kommune gehört.

Doch weil Bund und Land nicht genügend Mittel einsetzen, um die wachsende Diskrepanz zwischen Bestand und Bedarf zu verringern, bleibt Kommunen wie Lampertheim keine Wahl. Die Investition in den sozialen Wohnungsbau ist als Selbstverpflichtung im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge zu sehen. Plausibler hingegen ist kommunales Engagement etwa beim Verkauf städtischer Grundstücke an die Bauherren von sozialen Wohnungen. Wenn die Baugenossenschaft an der Sophie-Scholl-Straße weitere zehn bis zwölf Wohnungen diesen Typs schaffen will, dürfte sich der marktübliche Grundstückspreis nicht als Verhandlungsgrundlage eignen.

Die Baugenossenschaft selbst muss zwar wirtschaftlich kalkulieren, ist jedoch kein auf Gewinnmaximierung ausgerichtetes Unternehmen. Insofern trifft auf die Genossenschaft wie auf die Kommunen gleichermaßen zu, was SPD-Ortsvereinschef Jens Klingler beim gestrigen SPD-Gespräch zur wichtigsten Voraussetzung für den sozialen Wohnungsbau erklärte: „Purer Idealismus“. Dieser wird auch nach der Landtagswahl unerlässlich sein.

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