Lampertheim

Beratungsstelle Lampertheim Jahresbericht vorgelegt / Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter Druck

Rat bei Trennungen und Scheidungen gefragt

Lampertheim.Es liegt in der Natur der Dinge, dass sich Eltern, Kinder und Jugendliche über unterschiedliche Dinge sorgen. Erwachsene fürchten etwa Arbeitslosigkeit oder den Verlust des Ehepartners, die Jüngeren kämpfen um ihren Platz in der Gemeinschaft und vielleicht auch um die Versetzung in die weiterführende Klasse.

Die Mitarbeiter der Beratungsstelle Lampertheim sind mit solchen Problemen vertraut. So bietet die von Kreis Bergstraße und Diakonie getragene Einrichtung in der Blücherstraße aber auch in der Außenstelle Viernheim ihre Hilfe sowohl Eltern als auch Kindern und Jugendlichen an. Dabei spielt etwa die Ehe-, Familien- und Lebensberatung seit Jahren eine große Rolle in der Einrichtung.

Nach den Sommerferien wird bei der Beratungsstelle auch ein Schulsozialarbeiter für Lampertheimer Gymnasiasten bereitstehen. Ein solches Angebot – nur von anderen Trägern organisiert – gibt es bereits an der Alfred-Delp-Schule in der Stadt. Wie es im Jahresbericht 2018 heißt, haben die Sozialpädagogen insgesamt 541 Fälle gebührenfrei bearbeitet. „Eine Anzahl an Fällen, die im normalen Jahresdurchschnitt liegt“, sagt Occhionero, Leiter der Beratungsstelle Lampertheim.

Wie er hinzufügt, stehen Trennungen und Scheidungen sowie Erziehungsfragen weit oben auf der Agenda der Erwachsenen. Das Durchschnittsalter der Frauen und Männer liegt zwischen 35 und 50 Jahren, sagt der zuständige Berater, Kai Schanz von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung.

Nachwuchs betroffen

Diese sensiblen Themen spielen indirekt auch beim Nachwuchs eine große Rolle. So gibt es beispielsweise eine Trennungs- und Scheidungskindergruppe. „Manche Kinder wenden sich an die Beratungsstelle, weil ein Elternteil vielleicht ein Alkoholproblem hat, andere melden sich, weil die Konflikte mit Mutter und Vater den gesamten Alltag überlagern“, sagt Schanz.

Alltägliche Probleme in der Beratungsstelle Lampertheim? Mitnichten. Denn wie der Leiter Frank Occhionero sagt, zeigt sich die aktuell grassierende Verunsicherung in der Gesellschaft auch bei den Menschen, die in die Beratungsstelle kommen. In Gesprächen mit Jugendlichen gehe es mittlerweile stärker um Fragen zur sexuellen Orientierung als dies früher der Fall gewesen sei. Auch das Thema Mobbing habe sich verschärft, sagt er. Junge Hilfesuchende erhalten schnellstmöglich einen Termin in der Beratungsstelle Lampertheim.

Es entstehe der Eindruck, dass in der Gesellschaft zurzeit mehr gegeneinander als miteinander gearbeitet wird, sagt Occhionero. „Die Furcht vor Ausgrenzung ist ein Thema“, fügt er hinzu. Hinzu komme, dass es schlichtweg ruppiger zugehe, ob nun auf dem Schulhof oder in sozialen Netzwerken.

Klar sei, dass sich Kinder und Jugendliche am Verhalten der Erwachsenen orientierten. Wenn also beispielsweise der Ehestreit auf unangemessene Art und Weise von den Eltern ausgetragen wird, habe dies eben einen Effekt auf die Kinder und Teenager.

Dieser Sachverhalt könne sich womöglich schon im Kindergartenalter zeigen. So habe eine Kindertagesstätte jüngst bei der Beratungsstelle um Unterstützung angefragt. „Dabei ging es um die Frage, wie sich die Kinder beim sozialen Lernen besser unterstützen lassen“, berichtet der Leiter der Beratungsstelle in Lampertheim.

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