Lampertheim

Hofheim Mitglieder des Posaunenchors bilden sich an der Musikakademie Staufen weiter

Rat vom König der Blasmusik

Hofheim/Staufen.Ob Marsch, Polka oder Walzer – bei einem Seminar im Breisgau haben Dirk Hindel, der neue Dirigent des evangelischen Posaunenchors, und der Erste Vorsitzende Wolfgang Herbert ihr musikalisches Wissen vertiefen können. Ausrichter des Seminars an der Musikakademie Staufen war der Bund Deutscher Blasmusikverbände. Die Leitung der Fortbildung hatte Ernst Hutter, der „König der Egerländer Blasmusik“ inne.

Er hatte 1999 nach dem Tod von Ernst Mosch die legendären „Egerländer Musikanten“ übernommen, denen er zuvor bereits 14 Jahre angehört hatte. Mittlerweile hat er mit dem Orchester unter dem Namen „Ernst Hutter & Die Egerländer Musikanten“ Weltruhm erlangt.

„Keine Note ist langweilig“

Hutter selbst ist aber nicht nur Leiter und Tenorhornist dieses Blasorchesters, sondern auch Leadposaunist der SWR-Big-Band und Komponist. Seine Werke führt er mit dem Blasorchester auf. Beim Seminar im beschaulichen Breisgau bildeten die insgesamt 60 Teilnehmer ein Blasorchester, das von Ernst Hutter angeleitet und dirigiert wurde. „Keine Note ist langweilig, jede verdient es, auf allerschönste Weise gespielt und interpretiert zu werden“: Dieses Motto habe der Orchesterchef mit purer Begeisterung und Freude vermittelt.

An den Abenden zeigte sich der Seminarleiter gesellig, saß beim gemütlichen Ausklang mittendrin, erzählte von seinen Erlebnissen, interessierte sich aber auch für die Arbeit in Chören und Vereinen. „Er sucht aktiv das Gespräch, was ihn äußerst sympathisch macht. Dies ist mit Sicherheit ein großer Baustein seines Erfolgs“, sagt Wolfgang Herbert. Die beiden Hofheimer hatten sich dieses Seminar ganz bewusst ausgesucht, da die Egerländer Musik ein Hauptbestandteil des Sommer-Repertoires des Posaunenchores bildet und sie entsprechende neue Impulse für die Probearbeit bekommen haben.

Dirigent Dirk Hindel will auf einige Probetechniken in Zukunft zurückgreifen und mit dem Evangelischen Posaunenchor eine unverwechselbare Klangfarbe erproben, frei nach Hutters Motto: „Jedes Orchester, jeder Musikverein muss einen eigenen und unverwechselbaren Dialekt sprechen.“

Beeindruckend fanden Hindel und Herbert die Interaktion zwischen Hutter als Dirigent und den Musikern: „Alleine mit Gesten und seiner Mimik, dem Vertrauen, welches er jedem einzelnen Musiker schenkt, hat er wirklich jeden an diesen drei Tagen weiterentwickelt und zu musikalischen Höchstleistungen gebracht.“ Insgesamt zwölf Stunden betrug die Dauer der insgesamt sechs Proben. Dabei wurden sechs verschiedene Werke aus der Egerländer-Blasmusik erarbeitet.

Ernst Hutter erklärte die Seminarinhalte anhand der Stücke, probte diese bis ins kleinste Detail. Es waren Kompositionen mit einem extrem hohen Schwierigkeitsgrad aus der Feder von Ernst Hutter oder seiner Musiker.

Gänsehautmomente

Beeindruckt zeigten sich die beiden Seminarteilnehmer aus Südhessen von dem Marsch „Gloria Patri“, den Hutter zusammen mit seinem Sohn Stephan in Gedenken an seinen verstorbenen Vater komponiert hatte. Der Marsch besticht durch ein Klangvolumen und einer Klangfarbe, wie es die Musiker des Seminars noch nicht erlebt hatten. „Das waren pure Gänsehautmomente“, so Dirk Hindel. fh

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