Lampertheim

Soziales Stephanie Rapp kümmert sich bei Hausbesuchen um ältere Menschen und ihre Belange

Reden, helfen und vermitteln

Archivartikel

Lampertheim.Aufsuchende Sozialarbeit nennt sich das Aufgabengebiet, das Stephanie Rapp bei der Stadtverwaltung schon vor einigen Monaten zusätzlich zu ihrer bisherigen Arbeit im Bereich Senioren und Seniorenbegegnungsstätte übernommen hat. Damit habe sie ein „ganz breites Arbeitsfeld“ übernommen, sagt sie im Gespräch mit dem Südhessen Morgen. Denn die Aufgabenstellungen, die an sie herangetragen werden, sind „von Fall zu Fall anders“.

Seit 2010 arbeitet Rapp in der Seniorenbegegnungsstätte, ist erste Ansprechpartnerin seitens der Stadtverwaltung. Durch diese Tätigkeit ist sie vielen älteren Menschen in Lampertheim bekannt. Für viele war sie schon bisher eine vertrauenswürdige Ansprechpartnerin. Nun ist sie das auch ganz offiziell. Denn mit der sogenannten aufsuchenden Sozialarbeit übernimmt sie schon seit Okotber vergangenen Jahres die Aufgabe, Senioren bei sozialen Problemlagen anzusprechen oder auch zu Hause aufzusuchen. Menschen, um die sich Nachbarn oder Bekannte Sorgen machen. „Das ist ein Thema, das viele betrifft und berührt. Endlich ist da jemand, den man ansprechen und informieren kann, ohne dass es gleich ein Verwaltungsvorgang wird“, sagt Erster Stadtrat Jens Klingler, in dessen Dezernat der Fachbereich Familie und Soziales und damit auch die Seniorenarbeit gehört.

Schweigen aus Angst

Oft sind es tatsächlich Mitmenschen, die sich um das Wohl eines Senioren sorgen und nicht recht wissen, wie geholfen werden kann. Die Betroffenen selbst haben, so Rapp, oft Probleme, um Hilfe zu bitten. Oft auch aus Angst, die Eigenständigkeit abgesprochen zu bekommen. „Es geht nicht darum, das Leben der Senioren zu regeln“, stellt Rapp deutlich fest. Vielmehr solle ihnen mehr Teilhabe und Selbstständigkeit ermöglicht werden. Und außerdem möchte Rapp darüber aufklären, welche Leistungen gegebenenfalls in Anspruch genommen werden können.

Rapp sieht ihre Arbeit als niederschwelliges Angebot und will „einfach nur reden, helfen, vermitteln“. Oft geht es in den Gesprächen darum, dass sich die Senioren alleine fühlen, nicht so recht wissen, wie sie sich beschäftigen können oder wie sie noch aktiv am gesellschaftlichen Geschehen teilnehmen können, welche Möglichkeiten es in Lampertheim gibt. Viele sind in ihrer Mobilität eingeschränkt und ziehen sich deswegen zurück. Rapp macht ihnen klar, dass das nicht zwangsläufig so sein muss. Andere haben ihren Partner verloren und danach nicht wieder in den Alltag zurückgefunden. Da kann es helfen, wenn jemand begleitend zur Seite steht und hilft, neue Kontakte zu knüpfen. Rapps Aufgabe in der Aufsuchenden Sozialarbeit ist letztlich die Erweiterung ihrer Tätigkeit in der Seniorenbegegnungsstätte. Dafür hat die Diplom-Sozialarbeiterin ihre Stelle um 30 auf 80 Prozent aufgestockt. Rapp sieht ihre Aufgabe vor allem auch als Netzwerk-Arbeit. Sie versucht, die Bedürfnisse eines alten Menschen zu erkennen und ihm zu helfen, Wege und Lösungen zu finden, sie zu stillen.

Ausgezeichnetes Projekt

Für ihren Einsatz zur Einrichtung dieser Stelle der Aufsuchenden Sozialarbeit für Senioren hat die SPD/FDP-Koalition in der Stadtverordnetenversammlung schon im April des vergangenen Jahres einen Preis erhalten: den Hessen-Löwen 2018 der Akademie für Kommunalpolitik. Dass ein Bedarf in diesem Bereich besteht, hatte die Lampertheimer Armuts- und Sozialkonferenz gezeigt.

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