Lampertheim

Lessing-Gymnasium Kurse für Darstellende Kunst begeistern mit anspruchsvollen Stücken in der Mensa

Reise ins Unterbewusstsein

Archivartikel

LAMPERTHEIM.„Wer hat Angst vor dem Theater? Sie, wie ich sehe, nicht“, begrüßte Katja Böttche das Publikum, als die Kurse für Darstellendes Spiel aus den Jahrgängen E2 und Q2 die Mensa des Lessing-Gymnasiums in einen Theatersaal verwandelten.

In ihren Stücken über Ängste, Träume, Familienkrisen und Märchen reflektierten sich die Schüler selbst und schlüpften ebenso in andere Rollen. Den Anfang machte der Kurs der E2 unter der Leitung von Katja Böttche mit dem Thema Märchen und seinem Stück „Hinter den sieben Bergen“.

Eine Königin, die nur auf ihr Äußeres bedacht ist, ein Jäger, der am liebsten seine Identität wechseln will, und der berühmte Spiegel an der Wand, der gleich von einem ganzen Chor dargestellt wurde, erzählten die Geschichte von Schneewittchen auf eine andere Art und Weise. Im Mittelpunkt standen diesmal die sieben sehr unterschiedlichen Zwerge, die von rund 20 Schülern verkörpert wurden und die damit alle Hände voll zu tun hatten, ihr Zusammenleben zu organisieren. Natürlich durfte auch Schneewittchen und der bekannte Biss in den vergifteten Apfel nicht fehlen. In der Inszenierung fiel jedoch nicht nur das schöne junge Mädchen auf den Apfel herein: Alle Zwerge ließen sich täuschen.

Unheimliche Gefährtin

Vor der Pause folgte der Kurs der Q2 unter der Leitung von Cornelia Wartenpfuhl mit dem Thema Familienkrisen, die die Schauspieler im Stück „Nicht die Krise kriegen“ in Szene setzten. So erzählten die Schüler die Geschichte von Familie Gärtner. Die Familie, bestehend aus zwei Vätern und Sohn David, suchte wegen Mobbings Hilfe in einer Talkshow, welche angeblich helfen sollte. Dadurch sollte das Familienproblem gelöst werden.

Auch Familie Bauer suchte Hilfe bei „Lea klärt auf“. Ein Vater, der Alkoholiker ist, eine Mutter, die die Familie verlassen hat und drei Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten, machten das Chaos in dieser Talkshow perfekt. Da konnte auch der Lügendetektor keine Abhilfe mehr schaffen. Mit diesen und weiteren Szenen thematisierten die Schüler die Probleme zwischen Jugendlichen und Eltern.

Nach der Pause führte der Kurs der E2 unter Leitung von Stephanie Ulber das Programm fort und thematisierte mit seinem Stück „Mitteilungen einer unheimlichen Gefährtin: die Angst“ eben dieses Gefühl. Egal ob Angst vor dem Lehrer, der Armut oder dem Tod, verschiedenste Ängste kamen zur Sprache. Mit Hilfe von Zitaten aus den Balladen „Der Erlkönig“ und „Der Totentanz“ von Goethe oder aus „Der Knabe im Moor“ von Droste-Hülshoff konfrontierten sich die Schauspieler mit ihren eigenen Ängsten.

Den letzten Beitrag des Abends präsentierte der Kurs der Q2 unter der Leitung von Julia Schubert-Förster mit seinem Stück „Träumen“. Neben Alpträumen und Kinderträumen handelte das Theaterstück auch von Wunschträumen. So wandelten die Schüler unter anderem mit Sigmund Freud durch das Unterbewusstsein des Menschen. Eine andere Szene handelte von einer Gameshow, in der sich Leute mit ihren Träumen bewerben konnten. Das fiktive Publikum musste sich dann zwischen dem Reisen, einem Auto, der Karriere oder anderen Träumen für den besten entscheiden.

Viel Improvisation

Julia Schubert-Förster gab noch einen Einblick in die Arbeit der verschiedenen Kurse und erklärte, dass die Schüler alle Stücke selbst inszeniert hatten. „Sie haben viel improvisiert, mit nur wenigen Textvorlagen“, erklärte sie.

Bevor die Zuschauer in den Abend entlassen wurden, richtete Schulleiterin Silke Weimar-Ekdur das Wort noch einmal an die Schüler und brachte ihre Bewunderung zum Ausdruck. Sie betonte: „Wir wurden heute Abend wahrlich durch ein Wechselbad geführt.“

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