Lampertheim

DLRG Selbstverteidigungsseminar für Helfer durch Lampertheimer Kampfsportschule

Retter in Not

LAMPERTHEIM.Sie wollen eigentlich nur helfen, wurden in jüngster Vergangenheit beim Einsatz aber oft selbst zur Zielscheibe von Aggressionen. Auch Rettungskräfte in Lampertheim litten unter dieser Entwicklung, informiert DLRG-Ortsverbandsvorsitzende Susanne Hanselmann. Deshalb hat sie ihren Mitgliedern ein professionelles Selbstverteidigungsseminar angeboten. Krav Maga-Trainer Michel Linak von der Lampertheimer Kampfsportschule „The Farm“ zeigte den Lebensrettern, wie sie sich im Notfall wehren können.

Bei der Veranstaltung „Tanz der Bässe“ seien DLRG-Kräfte mit Böllern beworfen worden. Bei etlichen anderen Einsätzen in Lampertheim habe es schon Zwischenfälle mit Gewalt gegenüber Rettungskräften gegeben. Susanne Hanselmann bestätigte am Rande des Seminars, dass dies nicht nur eine Wahrnehmung der Bevölkerung sei. „Es wird immer schlimmer, das ist so“, ärgert sich die Vorsitzende.

Facebook keine Lösung

Wegen der Berichterstattung über zunehmende Gewalt und Behinderung bei Rettungseinsätzen ist auch Michel Linak auf das Thema aufmerksam geworden. „Aber nur vom Bilderteilen auf Facebook wird es eben nicht besser“, so der langjährige Selbstverteidigungs-Coach. Deshalb hat er sich mit seinem Team bei „The Farm“ Gedanken gemacht und ein spezielles Konzept für Retter entwickelt.

„Das Konzept basiert auf Deeskalation und Reflexen, die jeder Mensch hat“, erklärte Linak. Dabei dürfe der Retter aber nie zum Aggressor werden, schärfte er den Teilnehmern ein. „Für uns geht es darum, möglichst gewaltfrei aus solch brenzligen Situationen raus zu kommen“, meinte auch Hanselmann. Die Übungen seien einfach gehalten, denn komplizierte Griffe würden unter Stress ohnehin nicht funktionieren.

„Wir leiten einfach natürliche Reflexe in die richtige Bahn“, erklärte Linak und machte sich dann wieder ans Werk. Eine versuchte Ohrfeige, ein schneller Stoß und der gespielte Angreifer rumpelte lachend in einen Schrank.

Insgesamt trainierte er die Retter in zwei Sitzungen je zwei Stunden lang, die Rückmeldung der Teilnehmer sei „sehr gut“ gewesen, so DLRG-Vorsitzende Hanselmann.

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