Lampertheim

Bildung Schüler des Lessing Gymnasiums Lampertheim qualifizieren sich bei Jugend forscht für die nächste Runde

Roboter räumt Preis ab

Archivartikel

Lampertheim.Seit 1965 zeigen Kinder und Jugendliche im Rahmen des Wettbewerbes Jugend forscht ihr Talent in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Als am Samstag in den Räumen der BASF Lampertheim der Regionalentscheid Hessen/Bergstraße ausgetragen wurde, demonstrierten die Schüler einmal mehr, dass dies nicht langweilig sein muss, sondern sie verblüfften Jury und Besucher mit zahlreichen spektakulären und innovativen Projekten.

Während von den 23 vorgestellten Projekten sieben aus Bensheim und gleich elf aus Seeheim-Jugenheim kamen, hatte die Spargelstadt nur ein Team am Start. Das allerdings hatte es in sich. Die 17-jährigen Tom Götz und Moritz Neumann sowie der 18-jährige Nikita Tatsch vertraten das Lessing-Gymnasium Lampertheim mit einem „AutoRain – Multibotsystem 2.0“. Was schon kompliziert klingt, war es letztlich auch. Anfangs nur als Bewässerungssystem für die Landwirtschaft entwickelt, brachten die Lampertheimer das High-Tech-Gerät nun für den Wettbewerb auf ein völlig neues Level. Ein Wechselträgersystem ermöglicht eine Anwendung jetzt ebenso bei der Düngerausbringung, Aussaat oder Ernte.

250 Arbeitsstunden investiert

Darüber hinaus war der kleine Agrarroboter der Star bei vielen jungen Gästen, die fasziniert beobachteten, wie er seine Bahnen über eine kleine ausgebreitete Kunstrasenfläche zog. „Wir haben etwa 250 Arbeitsstunden in die Verwirklichung investiert“, zeigte sich Tom Götz mit der Resonanz zufrieden. Das Ergebnis der Preisrichter sollte diese Zufriedenheit noch weiter steigern: Der Multibot gewann den ersten Preis in der Kategorie Technik und qualifizierte sich somit für den Landesentscheid am 27. und 28. März in Darmstadt. Bei der Siegerehrung hagelte es förmlich Komplimente.

Wie schon in den zurückliegenden Jahren gab es eine Unterteilung in die Wettbewerbe Jugend forscht, deren Teilnehmer zwischen 15 und 18 Jahre alt sind, und Schüler experimentieren für jüngere Forscher im Alter zwischen elf und 14 Jahren. Das Grundprinzip ist nach wie vor das Gleiche: Der interessierte Nachwuchs sucht sich seine Fragestellung selbst heraus und stellt dann Juroren aus den entsprechenden Fachbereichen die Ergebnisse vor.

Technik zum Testen

Die Bandbreite des Angebots war verblüffend. Im Untergeschoss versammelten sich junge und etwas ältere Fans des Strategiespiels „Vier gewinnt“ um einen Computer und versuchten ihr Glück. Der 14-jährige Finn Bender und Florian Meyer (15) vom Schuldorf Bergstraße aus Seeheim-Jugenheim hatten es sich zum Ziel gesetzt, ein Programm zu schreiben, das Taktiken für das Spiel beherrscht und selbstständig anwendet. Das Resultat waren ein künstliches neuronales Netz und viele begeisterte Freiwillige, die die Qualität des Programms testeten.

Sven Baszio, der geschäftsführende Vorsitzende der Stiftung Jugend forscht betonte, dass der Wettbewerb nicht nur etwas für schulische Überflieger sei, „sondern für jeden, der Spaß an Naturwissenschaften hat“. Er dankte den zahllosen ehrenamtlichen Helfern von „Jugend forscht“ und nannte dabei 5500 Projektbetreuer, 3000 Juroren und 250 begleitende Unternehmen.

Michael Meister, Bergsträßer Bundestagsabgeordneter der CDU und Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Bildung und Forschung, legte den Fokus seiner Betrachtung auf den wachsenden Fachkräftemangel im Bereich der naturwissenschaftlichen Berufe.

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