Lampertheim

Historisches Mit Schlitten und Eisschuhen flitzten Kinder früher durch Lampertheim

Rodeln am Altrheindamm

Archivartikel

Lampertheim.Die älteren Lampertheimer werden sich vielleicht noch daran erinnern: Früher gab es im Winter so ein weißes, pulveriges Zeug, das vom Himmel fiel. Man nannte es Schnee. Die heutigen Lampertheimer Kinder kennen dieses Wetter-Phänomen dagegen fast nur noch aus Erzählungen oder Bilderbüchern.

Dabei waren verschneite oder vereiste Straßen für frühere Generationen ein wichtiger Bestandteil des winterlichen Freizeitvergnügens. Lange bevor es Eisporthallen gab, wurde auf den Straßen und Bürgersteigen Schlittschuh gefahren. Dazu benötigte man keine gefütterten Hightech-Exemplare. Es genügten Gleit- oder Schlittschuhe mit gut geschliffenen Kufen, die an den normalen Schuhen befestigt wurden.

Die Jüngeren wurden gezogen

Mit dem Rodeln war es mangels Bergen etwas schwieriger. Allenfalls am Altrheindamm auf Höhe der „Sauwaad“ oder beim „Kneschde Bernhard“ konnte man für eins, zwei Sekunden nach unten sausen. Es sei denn, der Altrhein war zugefroren. Dann ging die Fahrt deutlich weiter. Oft zog man mit dem Rodel auch einfach nur die jüngeren Geschwister, auf die die älteren Kinder in der Regel aufpassen mussten.

Übrigens erzählt man sich ja gerne, dass Schnee dadurch entsteht, dass Frau Holle im Himmel ihre Betten ausschüttelt. Damit tut man der Dame Unrecht. Denn sie war eigentlich kein gemütliches Mütterchen, das seine Freude aus der Erledigung der Hausarbeit zog. Frau Holle oder Frau Perchta, wie sie auch genannt wird, symbolisierte die weisen Frauen und Heilerinnen aus alter Zeit, die mit der Goldmarie-Pechmarie-Geschichte eine würdige Nachfolgerin für ihre Tätigkeit suchte. Und die vermeintlichen Schneeflocken, die aus den Kissen fallen, sind auf den ursprünglichen Abbildungen in Wirklichkeit Runen.

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