Lampertheim

14. Lampertheimer Orgelsommer Renommierte Interpreten präsentiere symphonische Werke

Romantische Klänge zum 150. Jubiläum der Domkirche

Lampertheim.Als liturgisches Instrument kaum wegzudenken, spielt die Orgel auch im Konzertbetrieb alles andere als eine Nebenrolle. Im Gegenteil: Bei Chor- und Orgelkonzerten sind die Kirchenbänke in der Regel gefüllt. Auch der Lampertheimer Orgelsommer ist ein kultureller Leuchtturm in der Region – und darüber hinaus. Bei der 14. Auflage im August werden abermals renommierte Interpreten an der Vleugels-Orgel der Domkirche Platz nehmen.

Auch der bevorstehende Zyklus steht unter einem besonderen Motto. Es verdankt sich dem 150. Jahrestag der Einweihung der Lampertheimer Domkirche. Aus diesem Anlass werden die Organisten bei der Auswahl der Stücke die Jahreszahl 1868 umkreisen, wie die Lampertheimer Organistin Heike Ittmann im Pressegespräch informiert. Ein besonderer Anlass verdient obendrein ein besonderes Detail: So kommt das gerade erst eingeweihte Trompetenregister im Pedal zum Einsatz, um für festlichen Klang zu sorgen.

Der Bau der Lampertheimer Domkirche fiel, musikgeschichtlich betrachtet, in die Zeit der Hochromantik. Für die Orgel entstanden in diesen Jahrzehnten vor allem symphonische Werke; hochkomplexe Stücke, die den Klangreichtum dieses Instruments ausreizen – und den virtuosen Interpreten erfordern. Die Vleugels-Orgel ist für Werke aus dieser Zeit disponiert, wie Heike Ittmann im Gespräch verdeutlicht. Zumindest mit Blick auf das Instrument sind dem Jubiläumsprogramm zum 14. Orgelsommer also keine Grenzen gesetzt.

Von Bach bis Wagner

Obendrein hat Heike Ittmann selbst ausschließlich Interpreten eingeladen, die große und bemerkenswerte Konzerte erwarten lassen. Den Anfang macht der Frankfurter Orgelprofessor Carsten Wiebusch, der laut Heike Ittmann zu den vielseitigsten und profiliertesten Kirchenmusikern zählt. Bevor Wiebusch nach Frankfurt wechselte, war er Kirchenmusikdirektor und Musikprofessor in Karlsruhe. Der Organist legt ein Programm mit Originalwerken und Transkriptionen vor: Johann Sebastian Bachs Bearbeitung der Chaconne d-Moll für Solovioline, Felix Mendelssohn Bartholdys Präludium und Fuge in e-Moll für Klavier, die Arie „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ aus Georg Friedrich Händels „Messias“, das Vorspiel zum dritten Akt aus Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“, César Francks Prélude, Fugue et Variation op. 18 und Franz Liszts Präludium und Fuge über B-A-C-H.

Das zweite Konzert bestreitet der Mainzer Domorganist Daniel Beckmann, der dem Lampertheimer Orgelsommer schon einmal, nämlich 2014, einen besonderen Glanz verliehen hat – ein Konzert, das seinerzeit von heftigen Gewittern begleitet war. Davon möge der „geniale Spieler und nette Mensch“, von dem Heike Ittmann im Pressegespräch in höchsten Tönen schwärmt, in diesem Jahr verschont bleiben. Zumal sich Beckmann mit der sechsten Orgel-Symphonie von Charles-Marie Widor und der Sonate über den 94. Psalm von Julius Reubke Werke vorgenommen hat, die vom Organisten eine außergewöhnliche Leistung abfordern.

Der Kirchenmusiker an der Kölner Antoniterkirche, Johannes Quack, gilt ebenso als vielfach profilierter Künstler mit internationaler Reputation und einem CD-Repertoire mit ungewöhnlichen Zusammenstellungen. Davon kündet auch sein Programm mit dem Vorspiel zu Richard Wagners Oper „Tristan und Isolde“, der Fantasie cis-Moll von Friedrich Kiel, der Evocation à la Chapelle Sixtine von Franz Liszt und der vierten Orgelsonate von Joseph G. Rheinberger.

Rheinberger steht auch auf dem Konzertprogramm Heike Ittmanns, die den Orgelsommer beschließt. Denn dessen erste Sonate erschien im Dom-Jubiläumsjahr 1868. Beginnen wird die Organistin und Preisträgerin des Lampertheimer Kulturpreises 2018 mit Richard Wagners Ouvertüre der „Meistersinger“. Außerdem hat sie sich Franz Liszts große, etwa halbstündige Fantasie „Ad nos, ad salutarem undam“ vorgenommen.

Vor den Konzerten geben die Organisten jeweils kurze Einführungen. Der Förderverein lädt nach den Konzerten zu Gesprächen bei Wasser und Wein ein.

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