Lampertheim

Premiere Mit der Mundart-Komödie „Wiwa Los Wegas“ bringen Ulrike Lotterhoß und Peter Gutschalk vom „Schlappschnuut-Theater“ das Publikum in der „Krone“ zum Lachen

Rosi und Robert als (kurpfälzer) Bonnie und Clyde

Archivartikel

Lampertheim.„Ich konnte ganz viel lachen“, freut sich eine Besucherin am Schluss der Premiere. Langanhaltender Beifall ertönt und belohnt die Darsteller und das Team des Lampertheimer „Schlappschnuut-Theaters“. Die Bühnenakteure Ulrike Lotterhoß als quirlige Rosi und Peter Gutschalk alias Robert, der umsichtige Planer, haben einen wahren Schauspielmarathon zu bewältigen.

In der neuen turbulenten Komödie „Wiwa Los Wegas“ agieren die Mundart-Akrobaten unermüdlich auf der Bühne des Gasthauses „Zur Krone“. Da es ein Zwei-Personen-Stück ist, gleicht das Verkörpern ihrer Rollen einem Leistungssport. Noch dazu hat das Bühnenwerk eine beachtliche Länge von zwei Stunden. Gesprochen wird in Kurpfälzer Mundart, Gestik und Mimik werden ausdrucksvoll eingesetzt.

Das Original des Boulevardstückes heißt „Zwei wie Bonnie und Clyde – denn sie wissen nicht, wo sie sind“ und wurde von den Autoren Sabine Misiorny und Tom Müller geschrieben. Manuela Platz hat den Text für das „Schlappschnuut-Theater“ bearbeitet.

Bei der Aufführung bedarf es nur eines Bühnenbildes, das die Theaterleute „allminnonner“ auf die Beine gestellt haben. Die Darsteller arbeiten mit ihrem schauspielerischen Können – überzeugend und komisch – sowie geschickt eingesetzten Requisiten. Horst Lotterhoß liefert die Technik, inklusive Spezialeffekte.

„Wiwa Los Wegas“ ist in Anlehnung an den Gangsterfilm „Bonnie & Clyde“ von Arthur Penn entstanden. Im Klassiker begibt sich das Gaunerpärchen auf eine blutrünstige Tour. So makaber geht es in der „Schlappschnuut“-Komödie freilich nicht zu, dafür aber witzig, spritzig und kurios: Das Pärchen Rosi und Robert träumt von einem Leben in Saus und Braus bis an sein Lebensende.

„Dabbische“ Gangsterbraut

In Las Vegas soll „Hochzisch“ gefeiert werden, auf die sich beide Traumtänzer freuen. Oder doch nicht? Der Theater-Besucher wird es erfahren.

Für das angestrebte Luxusleben brauchen die Brautleute Geld. Schnelles Geld. Was liegt da näher, als ein Kreditinstitut zu überfallen? Weil die Story in der Region spielt, kommen Bürstadt und Lampertheim-Hofheim in Betracht. Die Geschichte wird immer verzwickter.

Peter Gutschalk ist in die Rolle von Robert, einen Rambo-Typen mit weichem Kern, geschlüpft. Er trägt Armstulpen mit Tätowierungen und kann sich gut vorstellen, „als Gangster zur Legende zu werden“. Und Ulrike Lotterhoß spielt die hibbelige, etwas „dabbische“ Gängsterbraut Rosi. Köstlich anzusehen, wie sie die „unauffällige“ lockere Gangart ihres Partners für den Anmarsch zur Sparkasse nachahmt. Trotz aller Ungeschicktheit schreckt das Bankräuberpärchen nicht vor Androhungen von Gewalt zurück. Wird letztendlich die Dummheit der Räuber bestraft? Die Polizeidirektion Lampertheim jedenfalls ermittelt. Und so viel sei verraten: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

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