Lampertheim

Premiere Hofheimer Theatergruppe „Die Krautstorze“ feiert umjubelte Premiere mit „Dummheit schützt vor Liebe nicht“

Schläge reparieren Dachschaden

Archivartikel

Hofheim.Eindrucksvoll untermauerte die Hofheimer Theatergruppe „Die Krautstorze“ jetzt gleich zweimal mit ihrem neuen Dreiakter die These „Dummheit schützt vor Liebe nicht“. Ovationen des begeisterten Premierenpublikums, unter ihnen auch die mit viel Applaus begrüßte ehemalige Vorsitzende und unzählige Jahre auf der Bühne stehende Petra Bickelhaupt, waren den Laiendarstellern gewiss. Der Kartenverkauf belegt derweil ein größeres Zuschauerinteresse denn je.

„Die Krautstorze“ bewiesen bei der Auswahl des Stückes ein gutes Händchen. Die Kulisse bilden die aufwendig und liebevoll hergerichtete Küche, Flur und Wohnzimmer einer Hofheimer Bauernfamilie. Es versteht sich von selbst, dass das neue Werk, ein Schwank aus der Feder von Siegfried Burger, überwiegend in „Howwemer“ Mundart dargeboten wird und Verwechslungen, Eifersüchteleien, Turbulenzen sowie das obligatorische Happy End beinhaltete. Die beiden Neulinge Ilka Grosch als Frau Großmaul („Hallöchen, ich bin döchen“) und Laura Neumann als Susi in der Rolle der Tochter feierten dabei rundum gelungene Premieren auf der Bühne.

Für Aufregung sorgt zunächst die Testamentsänderung des verstorbenen Altbauers. Denn neben dem, glänzend von Jürgen Hofmeister verkörperten, Bauer Schorsch soll auch dessen geistig etwas angeschlagener Stiefbruder Gustav (Kurzschluss im Oberstübchen), ebenso wunderbar gespielt von Christian Jänchen, Mitspracherecht am Hof erhalten – zumindest bis er heiratet. Für Bäuerin Siggi (Julia Hertling), die für ihren Schorsch mitdenkt, ist das die Spätrache aus dem Jenseits. „Der Ochs muss verheiratet werden, irgendeine verwelkte Rose wird noch übrig sein“, so die Hoffnung der Bäuerin, die Konkurrenz um den Hof schnellstmöglich loszuwerden. Dazu muss Gustav aber erst aufgeklärt werden. „Ich besorg die Frau, du klärst auf“, lautet Siggis Devise. Allerdings stellt sich das als doch nicht so einfach dar.

Gustav, der gutmütige „arme Deiwel“, wird zusehends durcheinandergebracht. Nach Tipps von Susis Freund Benny (Robin Vollhardt) übt er schon mal mit dem Kleiderständer als „steiler Zahn“ und schwebt allein im siebten Himmel.

Richtig Fahrt nimmt die Handlung dann im dritten Akt dank reichlich Frauenpower auf. Dafür sorgt unter anderem Zeitungsausträgerin Rosa (Ute Timme), die längst ein Auge auf Gustav geworfen hat. Nach Benny klärt auch Bauer Schorsch den Bruder über die Liebe im allgemeinen und speziellen auf („Da darf der Schnaps nicht fehlen.“) und schreibt ihm alles Wichtige auf Zetteln auf.

Der erste Fisch scheint an der Angel: Frau Großmaul („Der letzte Mann war ein Totalausfall“) bereitet ihrem Namen alle Ehre, platzt unwiderstehlich in die Idylle und schnappt sich jedoch fälschlicherweise den verheirateten Schorsch – was nach einem Tauziehen um Schorsch mit Siggi in einem Wettlauf und handfester Prügelei auf dem Hof endet. Siggi kämpft um ihren Gatten („Du bist immer noch mein Waschlappen“), während Gustav sich Rosa annähert („Sie hat tatsächlich alles verstanden, ich net“). Die Jugend feiert derweil Verlobung. Schläge auf den Kopf durch die heiratswütige Frau Großmaul reparieren am Ende Gustavs Dachschaden, und auch aus Siggi wird nach einem Schlag eine liebevolle Gattin – Happy End.

Regie führte Armin Tremmel. Als Souffleuse trugen Marga Gilberg und Armin Tremmel zum tollen Erfolg bei. Jennifer Noltes kümmerte sich um die Frisuren, Christine Wegerle um die Maske. Jörg Ruh saß an der Beleuchtung, die Tontechnik steuerte Jürgen Knecht. fh

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