Lampertheim

Gottesdienst Beten für Toleranz und Frieden in der Domkirche

Schmerz in der Seele

Lampertheim.Als Sonntag stand mit dem Thema „Friedensverantwortung“ ein besonderer Gottesdienst in der Domkirche an. Eröffnet wurde der Gottesdienst, der zur Veranstaltungsreihe „Erinnern und Gedenken“ gehörte, mit feierlicher Orgelmusik der der Kantoren Heike Ittmann. Dazu zogen der Wormser Pfarrer Fritz Delp, der stellvertretende Dekan Karl Hans Geil und Tilman Pape, Pfarrer für Ökumene im Evangelischen Dekanat Bergstraße, ein, die den Gottesdienst gemeinsam hielten. „Ich freue mich unheimlich, dass das wahr geworden ist“, sagte Dekan Geil bei der Begrüßung und spielte damit auf eine Premiere im Gottesdienst an. Zum ersten Mal war das Blasorchester des Lessing-Gymnasiums an der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes beteiligt.

Bedeutendes Thema

„Die Relevanz des Themas Friedensverantwortung ist leider sehr hoch“, betonte er dabei. Gemeinsam sang die Gemeinde das Lied „Gib Frieden, Herr, gib Frieden“, bevor sie im Wechsel den Psalm 119 mit den Worten „erhalte mich, Herr, durch dein Wort, dass ich lebe“ las. Die Kyrie übernahm das Blasorchester . Mit dem Stück „Remembrance Day“, was übersetzt Volkstrauertag heißt, präsentierten die Musiker ein chorabartiges Stück. Unter Mitwirkung von Schülern wurden während des Stücks kurze Texte gelesen, die etwa an Opfer von Gewalt und Krieg erinnern sollten.

Gedenken an Halle

Nach dem Glaubensbekenntnis folgte die Predigt von Pfarrer Fritz Delp. Der Text stammte aus dem 14. Kapitel der Römerbriefe und begann mit den Worten: Denn keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. „Manchmal sieht es leider doch so aus, als stirbt sich einer selber liebe Gemeinde“, sagte Delp. Immer wieder komme es vor, dass Menschen verlassen, alleine oder sogar mitten unter uns sterben. Einen solchen Fall gab es erst in jüngster Vergangenheit durch den Anschlag in Halle, an den die Gemeinde gedachte. „Bitter könnte man sagen, es passt in unsere Zeit. Das tut weh in der Seele“, fuhr Delp fort.

Die Gemeinde gedachte auch persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen mit dem Tod und der Wormser Pfarrer beschrieb die Zeit des Nachdenkens wie André Heller als „Herbst der Gedanken“. Trost und Hoffnung spendete jedoch die Bitte, mit der die Gemeinde in die neue Woche entlassen wurde. „Ich bitte Sie für Toleranz. Lasst einander gelten“, betonte Delp dabei.

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