Lampertheim

Badesee Aufdringliche Gänse lassen sich nicht vertreiben

Schüsse wirkungslos

Archivartikel

Lampertheim.Kanada- und Nilgänse fühlen sich am Lampertheimer Badesee offensichtlich sauwohl. Wohler jedenfalls als im benachbarten Naturschutzgebiet Biedensand. Dorthin von Zeit zu Zeit vertrieben, kehren die Tiere verlässlich wieder an den Badesee zurück, wo sie nicht nur für unhygienische Verhältnisse, sondern auch für die eine oder andere Beunruhigung unter den Badegästen sorgen.

Doch der Geschäftsführer der Biedensand-Bäder, Jens Klingler, stellt im Pressegespräch klar: Weder von den Gänsen noch von den durch sie verursachten Verunreinigungen gingen gesundheitliche Gefahren aus. Gleichwohl tue die Verwaltung, was sie könne, um die wachsende Dominanz der gefiederten Populationen einzudämmen. Doch die Möglichkeiten seien begrenzt.

Was in entscheidendem Maße daran liege, dass die Gänse gewisse Vertreibungsmethoden durchschauten und diese somit wirkungslos verpufften. Weder ein Lenkdrache noch Klänge von Tonbändern hätten sich bislang als abschreckend erwiesen. Eher noch der jährliche Hundebadetag, der wenigstens temporär für eine Verminderung der Zahl von rund 200 Gänsen in Spitzenzeiten sorge. Aber selbst Schreckschüsse verfehlten ihre Wirkung.

Klingler: Müssen damit leben

Bliebe nur noch der Einsatz von Greifvögeln, für den die Kreisverwaltung aber keine Genehmigung ausgesprochen habe. Bäderchef Klingler appelliert deshalb an die Badegäste, sich ans Fütterungsverbot zu halten, um die Tiere nicht noch zusätzlich anzulocken. Und er fügt sich ansonsten ins Schicksal: „Wir müssen damit leben.“

Allerdings lese ein Minijobber allmorgendlich den Gänsekot auf, bevor die ersten Badegäste am See eintreffen. Klingler betont jedoch auch: Auf die Wasserqualität habe das hohe Gänseaufkommen keine Auswirkungen. Zu Beginn der Badesaison sei im See immerhin eine Sichttiefe von sieben Metern gemessen worden. urs

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