Lampertheim

Bildung Christoffel-Blindenmission Bensheim besucht Lampertheimer Goetheschule / Kinder dürfen Simulationsbrillen ausprobieren

Schulhof mit Taststock erkundet

Archivartikel

Lampertheim.Mitarbeiterinnen der Christoffel-Blindenmission (CBM) Bensheim sind mit ihrem Erlebnismobil unterwegs, um Schülern das Thema Behinderung näherzubringen. Am gestrigen Dienstag hielt das Mobil auf dem Hof der Goetheschule. Nachdem Teamleiterin Andrea Müller die Grundschüler in Gruppen aufgeteilt hatte, wurde parallel auf dem Schulhof und im Klassenzimmer gearbeitet. Die CBM-Mitarbeiterinnen staunten über das große Interesse der Zweit-, Dritt- und Viertklässler sowie über ihr Wissen über Menschen mit Behinderungen. An Bord des Erlebnismobiles befanden sich Unterrichtsmaterialien wie Arbeitsblätter, aber auch Brillen, die den Grauen Star simulieren und weiße Langstöcke, die Blinden und stark Sehbehinderten helfen, sich zu orientieren.

Bordstein wird zum Hindernis

Carolin Moch wollte von ihrer Gruppe wissen, woran man im Alltag erkennt, dass ein Mensch blind sei. Die Mädchen und Jungen wussten schon gut Bescheid: „Viele tragen eine dunkle Sonnenbrille, nutzen einen Taststock oder haben einen Blindenhund dabei, der hilft, dass sich die Menschen zurechtfinden.“ Einige Schüler konnten über piepsende Blindenampeln berichten. Die akustischen Signale leisteten Hilfestellung bei der Überquerung der Straßen. Ein anderes Kind hatte Noppen- und Rillenplatten im Gehweg beobachtet. „Das ist ein Blindenleitsystem, das zur Orientierung dient“, erklärte Moch.

„Und welche Hindernisse können auftreten, wenn ein blinder oder sehbehinderter Mensch unterwegs ist?“, fragte Moch. „Bordsteine, Treppen, Straßenlampen und Baustellen“, bekam sie zur Antwort. „Ihr seht, es gibt viele verschiedene Hindernisse und wir wollen einmal ausprobieren, wie die sich für Blinde anfühlen“, erklärte die Mitarbeiterin der Blindenmission. Um die Behinderung verstehen zu können, musste erst einmal erklärt werden, was die Augenkrankheit Grauer Star für den Betroffenen bedeutet. Auch hiervon hatten einige Schüler schon gehört und wussten, dass die trübe Linse durch eine künstliche ersetzt werden kann.

Brille simuliert Sehbehinderung

Die Brille, die die Mädchen und Jungen dann aufgesetzt bekamen, täuscht dem Gehirn die Sehbehinderung vor. Doch zuvor kamen noch die Langstöcke zum Einsatz. Moch erklärte die Handhabung und stellte anschließend Hindernisse in den Weg. Beim Anstoßen des Stockes an eine Mülltonne und an eine Kunststoffkiste waren unterschiedliche Geräusche zu hören. Damit erkennen Betroffene, dass hier eine Hürde zu meistern ist. Im Erlebnismobil, das mit einer Mülltonne, Treppenstufen und Gehweggittern ausgestattet ist, probierten sich die Kinder aus und erlebten das Umfeld aus der Perspektive blinder Menschen. Sie setzten sich die Simulationsbrille auf und nahmen einen Taststock in die Hand. Mithilfe ihres Tast- und Hörsinnes absolvierten die Kinder dann einen kurzen Parcours.

Derweil schauten sich die Schüler im Klassenzimmer einen Film über einen Blindenhund an. Solch ein Tier sei eine ganz tolle Hilfe, sagte CBM-Mitarbeiterin Anne Schrader. Er gehe rund acht Monate zur Hundeschule und lerne 40 Kommandos. Das seien richtig viele, unterstrich Schrader. Der Hund helfe einem blinden Menschen, sich zurechtzufinden. roi

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