Lampertheim

Soziales Drei neue Stellen im Kreis geschaffen – eine davon in Lampertheim

Schulsozialarbeit soll Schulabbrüche verhindern

Archivartikel

Lampertheim/Bergstrasse.Die Beschlüsse in den zuständigen Gremien erfolgten weitgehend einstimmig, die Erste Kreisbeigeordnete glaubt, „einen Flickenteppich geschlossen“ zu haben und die SPD spricht von einem „Herzensprojekt“. Nicht immer sind sich Kommunal-, Kreispolitik, Verwaltung, Ämter und freie Träger bei kostspieligen Projekten so einig.

Beim neuen Konzept zur Schulsozialarbeit „HELP“ („Durch Hilfe erfolgreich lernen mit Profis“) scheinen aber zumindest die Entscheider sicher, das Geld an der richtigen Stelle zu investieren. Seit Beginn des Schuljahres soll das Programm Schüler „systemisch“ und „aufsuchend“ in Krisensituationen unterstützen – also nicht nur in der Schule. Drei neue Stellen wurden dafür kreisweit geschaffen.

Die Idee hinter dem Projekt: Die „HELP“-Schulsozialarbeiter nehmen nicht die Schulen an sich, sondern die einzelnen Kinder mit ihrem gesamten Lebensumfeld in den Blick. „Sie besuchen Schüler mit Problemen auch in der Familie und leisten damit weit mehr als bisher“, erklärte SPD-Mann Marius Schmidt.

In der Lampertheimer Erziehungsberatungsstelle in der Blücherstraße wurde – genau wie in Bensheim – eine entsprechende Stelle eingerichtet, die zentrale Organisation erfolgt vom Jugendamt aus. Insgesamt 1,6 Millionen Euro – also jährliche Mehrausgaben von 250 000 Euro – nimmt der Kreis für das Projekt in die Hand.

Laut Marius Schmidt sei das Thema von der SPD auf Kreisebene in den Koalitionsvertrag verhandelt, später auf gemeinsamen Antrag von CDU und SPD im Dezember 2016 eingebracht worden. Eine Arbeitsgruppe aus Staatlichem Schulamt, Jugendamt und freien Trägern hat die Details in zwei Jahren ausgearbeitet. „Schulsozialarbeit ist wichtig, da sie präventiv handelt“, betonte der Sozialdemokrat. So könnten etwa Schulabbrüche verhindert werden. „Das kostet heute etwas Geld “, gab Schmidt zu Protokoll, „spart aber morgen Geld.“

„HELP“ umfasst alle Schulformen bis auf das Gymnasium. Die Kräfte sind aber, so erklärten es Schmidt und Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, nicht beim Kreis direkt, sondern bei freien Trägern je nach Region angestellt. An den Schulen bieten sie dann Sprechstunden an und sollen auf Schüler zugehen.

Dabei, waren sich der SPD’ler und die Gesundheitsdezernentin einig, sei der Kreis Vorbild für das Land Hessen. Das hatte Anfang des Jahres mitgeteilt, im sogenannten „UBUS“-Projekt rund 400 neue Schulsozialarbeiter einstellen zu wollen. Das hiesige HELP-Projekt sei dennoch nicht eingestampft worden. UBUS-Sozialarbeiter sind größtenteils direkt Schulen zugeordnet, die des HELP-Programms sollen den Fokus auf die einzelnen Schüler legen. „Es ergänzt also vielmehr das Landesprogramm, leistet sogar mehr“, fasste Marius Schmidt zusammen. ksm

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