Lampertheim

Jugendförderung Sieben Jugendliche lernen bei Workshop der Ü12-Summertime auf dem städtischen Bauhof Schweißen

Schweißtreibende Angelegenheit

LAMPERTHEIM.Ein metallisches Klicken ertönt in der Werkstatt, dann zischt und surrt es gleichmäßig. Grellblaue Funken fliegen durch die Luft, Hitze macht sich breit. „Das blitzt und hört sich an wie in den ‚Star Wars‘-Filmen, wenn die Lichtschwerter aufeinandertreffen“, findet Kursteilnehmerin Maria. Den Lampertheimer Actionheld „Han Solo“ gibt Harald Orban von den Technischen Betriebsdiensten der Stadt – mit einem für die sieben Jugendlichen als Laserpistole anmutenden Schweißgerät in der Hand. Er hat den Schweiß-Workshop der Ü12-Summertime am Freitagmittag geleitet.

Erfahrener Anleiter

Der erfahrene Schweißer, der seit 19 Jahren bei den Technischen Betriebsdiensten in Lampertheim arbeitet, macht die Teilnehmer zunächst mit den Geräten und Materialien vertraut. Geschweißt wird mit „MIG/MAG“, einem einfachen Lichtbogenschweißverfahren. Dass damit aber trotz der Vergleiche ins Star-Wars-Universum nicht zu spaßen ist, erklärt er den fünf Jungen und zwei Mädchen: „Beim Schweißen wird es über 1000 Grad Celsius heiß, der Lichtbogen ist extrem aggressiv und kann Verbrennungen verursachen.“ Damit das nicht passiert, steckt er die Jugendlichen in eine Art Ritterrüstung: Schutzweste, Kittel, Handschuhe, Gamaschen und Schutzmaske – dann kann es endlich losgehen.

Um ein Gefühl für die handwerkliche Arbeit zu bekommen, schweißen die jugendlichen Metallkünstler erst einmal sogenannte „Raupen“, also gerade Linien, auf Stahlbleche. Als Erster traut sich Moritz an die Werkbank. Zwischen fliegenden Funken und glühendem Metall bleibt der Zwölfjährige aber ganz cool, schließlich hat er zu Hause schon mal ein Tischgestell punktgeschweißt. Für Teilnehmerin Maria ist das Schweißen in der Realität dann doch weniger Hollywood-Blockbuster und mehr Handwerk. „Es ist wie mit einer Nähmaschine“, findet sie, „man muss genau den einen Punkt finden, an dem man nicht zu schnell und nicht zu langsam arbeitet“. Nur mit Zischen, Rauchen und ganz viel glühenden Funken, das sei dann doch cooler als zu nähen, finden die meisten Teilnehmer.

Und auch Maria ist sich sicher: „Damit kann man tolle Dinge herstellen!“. Deshalb steht es auch nicht zum ersten Mal auf dem Programm der Ü12-Summertime der Stadt. „Einfach schön, dass Jugendliche hier Schweißen ausprobieren können“, findet auch Kursleiter Harald Orban.

Für den Workshop hat er etliche Stahlplatten vorbereitet, aus denen später stählerne Blumen entstehen sollen. Für die Jugendlichen eine heiße und schweißtreibende Arbeit, die sich aber allemal lohnt. „Es ist was Neues und macht Spaß“, sind sie sich einig.

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