Lampertheim

Hüttenfeld Evangelische Kindertagesstätte verabschiedet Hauswirtschafterin Janina Ritters

Schweren Herzens in Rente

Hüttenfeld.Zum Jahresabschluss hat die evangelische Kindertagesstätte in Hüttenfeld ihre 13 Schulanfänger sprichwörtlich rausgeworfen – auf eine weiche blaue Turnmatte. Mit dem Sangesspruch „Deine Kindergartenzeit ist nun aus, drum werfen wir dich heute raus“ flogen die Kinder ihrem neuen Abenteuer Grundschule entgegen. Gemeinsam mit den künftigen Abc-Schützen verabschiedete sich auch die Hauswirtschafterin Janina Ritters schweren Herzens in die Rente.

Zum Lebewohl überreichten Kita-Leiterin Christine Greiner und der evangelische Pfarrer Reinald Fuhr Blumen und gaben beste Wünsche mit auf den Weg. „Es war sehr schön, ich habe euch alle sehr lieb“, sagte die Hauswirtschafterin mit stockender Stimme und wünschte den Schulanfängern viel Spaß und gute Noten. Als die Kinder „ihrer Janina“ dann ein Ständchen sangen, kullerten bei der Hauswirtschafterin die Tränen.

Arbeitsplatz Küche

Denn ihr sind nicht nur Kinder und Kolleginnen ans Herz gewachsen, sie fühlt sich auch noch gar nicht reif für die Rente. „Ich fühle mich jung, dynamisch und fit. Aber Gesetz ist Gesetz“, sagte Ritters mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Fast elf Jahre lang hat sie in der Kindertagesstätte geholfen, Kinder zu betreuen. Ihr Arbeitsplatz war dabei meist die Küche.

Dabei war ihr Engagement in der Hüttenfelder Einrichtung gar nicht langfristig geplant. 2007 war sie als Krankheitsvertretung für Ute Martin eingesprungen. „Daraus wurden mehr als zehn Jahre, nach und nach haben wir auch die Stundenzahl aufgestockt“, erzählte Pfarrer Reinald Fuhr. Auch ihr ursprüngliches Renteneintrittsdatum hat die bald 67-Jährige so weit wie möglich hinausgezögert. Dass es überhaupt elf Jahre wurden, habe an zwei Dingen gelegen. „Ich bin ein kinderlieber Mensch, es macht einfach Spaß, die Kinder bei der Arbeit um mich herum zu haben“, erklärte die zweifache Mutter. Außerdem habe sie sofort ins Team gepasst.

Auch durch eine schwere Zeit hätten ihr die Erzieherinnen und der Pfarrer geholfen. Nachdem sie auf dem Rad von einem Auto erwischt worden sei, sei sie fast ein Jahr lang ausgefallen. Während dieser Zeiten haben ihre Kollegen sie regelmäßig besucht, bis sie wieder einsatzfähig war. All das erzählt die gebürtige Litauerin, während sie Gurkensalat und Spaghetti Bolognese zubereitet. Denn auch den letzten Arbeitstag geht sie noch mit vollem Elan an. Schließlich habe sie noch 20 hungrige Mäuler zu stopfen.

„Einen Job, der Spaß macht. Tolle Kollegen und viele Kinder um dich herum – was willst du mehr?“, fragte sie rhetorisch in die Runde. Und doch war es nun Zeit, Lebewohl zu sagen. „Ich mache jetzt erstmal Urlaub“, berichtete sie voller Vorfreude. Es geht nach Illinois zu einem ihrer zwei Söhne und ihren Enkelkindern. Dort bleibt sie erst einmal zweieinhalb Monate. „So viel Zeit hatte ich vorher nie am Stück“, konnte Ritters sich dann doch auf ihren Ruhestand freuen. ksm

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