Lampertheim

St. Andreas In einem Pontifikalamt würdigt Bischof Peter Kohlgraf zum Abschluss der Gedenkwoche noch einmal das Wirken Alfred Delps

„Seine Botschaft trägt uns bis in die heutigen Tage“

Lampertheim.Eine Woche des Erinnerns und Gedenkens an den größten Sohn Lampertheims, Pater Alfred Delp, ist am Sonntag zu Ende gegangen. Mit einem Pontifikalamt in der St.-Andreas-Kirche wurde abschließend noch einmal das Wirken des Paters gewürdigt. Feierlich war schon der Einzug in das Gotteshaus, bei dem die Pfadfinder den Anfang machten. Die Katholische Kirchenmusik unter der Leitung von Helmut Baumer intonierte dabei das „Crimond“ arrangiert von Hermann Oldenstijl.

Zu dem Gottesdienst hatten sich in der Kirche zahlreiche geistliche Würdenträger eingefunden – insbesondere der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf – sowie Landrat Christian Engelhard und Bürgermeister Gottfried Störmer. Pfarrer Christian Rauch begrüßte weiterhin Verwandte Delps sowie Vertreter der Alfred Delp Gesellschaft und des Jesuitenordens. Aus Bürstadt war Dekan Peter Kern gekommen.

Tägliches Zeugnis von Jesus

Bischof Peter Kohlgraf gestand, dass er unter großer persönlicher Berührung nach Lampertheim gekommen sei, und ergänzte, dass die Welt solche Persönlichkeiten wie Alfred Delp nötig habe im täglichen Zeugnis von Jesus Christus. Mit dem Kyrie Eleison setzte der Kirchenchor St. Andreas den Gottesdienst fort, ehe der Bischof in seiner Predigt an die Gläubigen die Frage stellte, was Pater Delp veranlasst haben könnte, sich in die Politik einzumischen.

Auch Delp war vor dem Volksgerichtshof unter Freisler mit dieser Frage konfrontiert worden und hatte darauf geantwortet, dass solange der Mensch unwürdig und unmenschlich leben müsse, solange werde es kein Beten oder Denken geben. Es brauche die gründliche Änderung der Zustände, so die freimütige Antwort des Paters.

Das Evangelium sei in seiner Aussage auch eine politische Botschaft, fuhr Kohlgraf fort, und es lasse sich aus der Gesellschaft nicht ausschließen. Es fordere von jedem ein engagiertes Verhalten in Sinne dieser Botschaft.

Aber auch die Kritik des Paters an der damaligen Kirche ließ Kohlgraf nicht unerwähnt. Auf die Probleme einer sich teilweise auflösenden Institution wisse sie keine Antwort, stellte Delp schon in der damaligen Zeit fest und zeigte auch Skepsis gegenüber der praktizierten Weihnachtsidylle. „Wir geben ihm hiermit Zeugnis, dass seine Botschaft uns trägt bis in die heutigen Tage“, schloss der Bischof seine Predigt.

Kommunion und Wandlung wurden anschließend von Kohlgraf mit allen anwesenden Pfarrern zelebriert, die Kirchenmusik spielte den Choral „Großer Gott wir loben Dich“. Auch das von der Gemeinde gesungene „Heilig, Heilig, Heilig“ aus der Messe von Franz Schubert vertiefte die feierliche Stimmung.

Am Ende blieb es Pfarrer Rauch vorbehalten, sich bei allen Aktiven der Gedenkwoche zu bedanken – insbesondere bei Küster Berthold Eisenbraun und den Akteuren des Dokumentarspiels in der vergangenen Woche. Aber auch die vielen Helfer bei der Vorbereitung der Ausstellung in der Pater Delp Kapelle würdigte er.

„Ich bin schon gefragt worden, was man nun nach der intensiven Gedenkwoche tun soll“, berichtete der Pfarrer der Gemeinde und gab auch gleich die passende Antwort: „Leben wie christliche Menschen“.

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