Lampertheim

Initiative Kompass Anfang März will die Verwaltung Bürger befragen / Beunruhigende Situation im Stadtpark

Sicherheit auf dem Prüfstand

Archivartikel

Lampertheim.Wie sicher fühlen sich die Bürger Lampertheims in ihrer Stadt? Diese Frage interessiert den 2019 ins Leben gerufenen Präventionsrat. Das Gremium berät die Stadt bei der Zusammenstellung eines Maßnahmenkataloges im Rahmen der Sicherheitsinitiative Kompass. An diesem Programm des Landes Hessen nimmt die Stadt seit einem Jahr teil. Im März soll eine Bürgerbefragung nähere Aufschlüsse über die Sicherheitslage in der Kernstadt und den Stadtteilen erbringen.

Im Präventionsrat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Gottfried Störmer sitzen neben Mitgliedern von Verwaltung und Politik unter anderem auch Vertreter von Schulen, Polizei, Beiräten und Einrichtungen wie der Jugend- und Suchtberatung Prisma. Die Sicherheitsinitiative Kompass wird von der Kriminologie der Universität Gießen wissenschaftlich unterstützt. Diesbezüglich teilt sich Lampertheim eine landesweite Sonderrolle mit der Stadt Rüsselsheim.

In der jüngsten Sitzung des Präventionsrates verdeutlichte Uwe Becher, Leiter des Fachbereichs Verkehr, Sicherheit und Ordnung bei der Lampertheimer Stadtverwaltung, die öffentliche Sicherheitslage lasse sich nicht alleine statistisch erfassen. Der Bürgermeister pflichtete ihm bei: „Die objektive Sicherheitslage ist nicht so, dass man sich beklagen müsste“, meinte Störmer. Gleichwohl würden bestimmte Situationen häufig als bedrohlich empfunden.

Um subjektiv empfundene Sicherheitsmängel beseitigen zu können, erhofft sich die Stadt konkrete Anregungen aus der Bevölkerung. Dem dient die geplante Bürgerbefragung, die voraussichtlich Anfang März über zwei Wochen hinweg ablaufen soll. Entsprechende Fragebögen erhalten 3800 zufällig ausgewählte Personen in der Kernstadt und den Stadtteilen. Dies entspricht mehr als zehn Prozent der gesamten Einwohnerschaft mit derzeit 32 911 Personen.

Präventionsrat und Verwaltung erhoffen sich eine möglichst hohe Rücklaufquote. Als repräsentativ gilt eine Beteiligung von wiederum zehn Prozent der Befragten. Laut Becher ist es auch möglich, seine Antworten online abzugeben. Darüber hinaus könnten Anmerkungen und Vorschläge über den Mängelmelder auf der städtischen Internetseite mitgeteilt werden.

Die Antwortbögen werden laut Uwe Becher anschließend zur Auswertung anonym an die Gießener Kriminologie gesandt. Mit Ergebnissen sei etwa vier Monate später zu rechnen. Anschließend gehe ein Abschlussbericht mit konkreten Empfehlungen an die städtischen Gremien. Die Kosten für die Bürgerbefragung werden Becher zufolge aus Landesmitteln beglichen. Die Stadt trägt Kosten in Höhe von etwa 3500 Euro, die für die Anschreiben anfallen.

„Halboffene Drogenszene“

Im weiteren Verlauf der Sitzung des Präventionsrates wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der Situation im Lampertheimer Stadtpark befassen wird. Dort hat sich, wie im Gremium ausgeführt wurde, eine „halboffene Drogenszene“ entwickelt. „Das ist auch uns nicht verborgen geblieben“, bestätigte Bürgermeister Störmer. Anwohner und Passanten teilten entsprechende Beobachtungen mit. Auch komme es immer wieder zu Beschädigungen mit teilweise beträchtlichen finanziellen Folgen.

Dies sei „irgendetwas, was vielleicht mal korrigiert werden muss“, meinte Störmer. Nachzudenken sei etwa an ein nächtliches Abschalten des WLAN-Empfangs, um einen Aufenthaltsgrund zu beseitigen. Auch sei womöglich eine hellere Beleuchtung in Erwägung zu ziehen. Eine Videoüberwachung sei wahrscheinlich rechtlich nicht durchsetzbar. Repressalien alleine genügten aber nicht, um die Lage zu entspannen, meinte Störmer. Stattdessen kämen auch präventive Maßnahmen in Betracht. Über entsprechende Empfehlungen will sich nun der neu geschaffene Arbeitskreis Gedanken machen.

Beanstandet wurde in den Reihen des Präventionsrates auch Verwahrlosungen rund um den Lampertheimer Bahnhof. Hier verwies Störmer auf Entwürfe von Studenten der TU Kaiserslautern für eine städtebauliche Neugestaltung (wir haben berichtet). Diese sollen am Mittwoch, 19. Februar, öffentlich vorgestellt werden.

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