Lampertheim

Prävention Schülerinnen des Lessing-Gymnasium Lampertheim gewinnen Preise bei Kunstwettbewerb gegen Alkoholmissbrauch

Skelett im Cocktailglas als Warnung

Archivartikel

Lampertheim.Die Gymnasiastinnen Johanna Gutschalk und Sarah Keys des Kunstkurses Q2 hatten allen Grund zur Freude. Sie belegten beim Plakatwettbewerb der Krankenkasse DAK „bunt statt blau“ den fünften beziehungsweise siebten Platz. Die Präventionskampagne gegen Rauschtrinken wurde bundesweit gestartet, später ermittelte eine Landesjury die Gewinner in den Bundesländern. „Wir freuen uns, dass die Preisträgerinnen unter den Top Ten in Hessen sind“, lobte Robert Gahler, der Leiter des DAK- Service Zentrums in Bensheim.

Er kam in das Lessing-Gymnasium Lampertheim (LGL) und hatte Urkunden und Geschenke im Gepäck. Außerdem die von den Gymnasiasten eingereichten Kunstwerke, die sie im Kunstkurs beim Lehrer Gerrit Stevens gearbeitet hatten. „Der Plakatwettbewerb wurde zum zehnten Mal ausgetragen“, erklärte Gahler und fügte hinzu: „In Hessen haben 1000 Kinder und Jugendliche teilgenommen.“

Viele junge Koma-Säufer

Die plakative Kampagne soll zur Alkoholprävention dienen. „Denn viel zu viele Jugendliche beteiligen sich am Koma-Saufen“, so Gahler und bringt erschreckende Zahlen: Im Jahr 2017 seien in der Bundesrepublik 21 721 Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Im Kreis Bergstraße seien es 33 Betroffene, in einem Alter von zehn bis 20 Jahren gewesen. Kunstlehrer Stevens erklärte, dass im Kunstkurs das Halbjahresthema Plakatgestaltung ist, bei der es auf die Kernbotschaft ankomme, die vermittelt werden soll. Und dieser klare Impuls sollte im Mittelpunkt stehen, damit sie die gewünschte Wirkung beim Betrachter erziele. Nach dem sich die Jugendlichen Gedanken gemacht hatten, entstanden erst einmal Skizzen und später konnten sie mit der Gestaltung des Plakatmotivs mit Acrylfarbe auf Zeichenkarton beginnen.

Johanna Gutschalk nahm den Slogan „bunt statt blau“ auf und teilte ihr Werk in zwei Teile, den oberen bunt, den anderen blau. Bemerkenswert hat sie herausgearbeitet, dass bei dem Betroffenen zuerst noch die Welt in Ordnung ist und darum sind helle, fröhliche Farben gewählt worden. Aber der untere, dunkle Teil des Bildes zeigt, dass Alkohol das Wesen von Menschen beeinflusst, seine Persönlichkeit verändert. Sarah Keys drückt besonders deutlich die Gefahr von Alkoholmissbrauch aus. Sie hat ein Skelett gemalt, das unbekümmert im Cocktail badet. Ziemlich grotesk lässt das Knochengerüst seine Beine über den Glasrand baumeln und genüsslich prostet es dem Betrachter zu. Die Bilder sollen abstoßend wirken, erläuterten die Gymnasiastinnen und resümierten: „Das ein tolles Projekt.“ Kunstlehrer Stevens lobte seine Schülerinnen für die eindrucksvollen Arbeiten der Alkohol-Vermeidungsstrategien.

Ohne erhobenen Zeigefinger

Mahnend, aber ohne erhobenem Zeigefinger. Auch Schulleiterin Silke Weimar-Ekdur war stolz auf ihre Künstlerinnen, denn die 17-Jährigen hätten nicht nur Kunst geschaffen, sondern transportierten damit eine Botschaft. „Die Werke sollen einen würdevollen Platz im LGL erhalten“, beschlossen die Pädagogen. Von Robert Gahler gab es für die Preisträgerinnen noch einen Rucksack beziehungsweise eine Tasche. Die Urkunde „Kunst gegen Komasaufen“ bescheinigt dem LGL erfolgreich teilgenommen zu haben. Damit habe die Schule einen aktiven Beitrag gegen den zunehmenden Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen geleistet. roi

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