Lampertheim

Solidarität tut not

Uwe Rauschelbach über das Gesundheitsnetz im Ried

Die Gesundheitsversorgung mag in Lampertheim derzeit gut sein. Doch die demografische und demoskopische Entwicklung ist ein sich ständig wandelnder Prozess. Deshalb tut die Stadt gut daran, die Versorgung im Verbund mit den Nachbarkommunen zumindest mittelfristig zu sichern. Während andere mögliche interkommunale Projekte bislang an Differenzen über Entscheidungs- und Gebietshoheiten gescheitert sind, bietet das Netzwerk Norie aus Sicht der Beteiligten zumindest keine Nachteile. Da die Koordination beim Kreis liegt, ist hier auch die Voraussetzung einer neutralen Bewertung der jeweiligen Versorgungslage gegeben.

Mit Blick auf die gesundheitspolitische Entwicklung erscheint es unterdessen ratsam, dass die Ärzte im Ried auch standespolitisch verstärkt miteinander kooperieren. Die Ankündigung der Kassenärztlichen Vereinigung in Frankfurt, die Öffnungszeiten des Notdienstes in Lampertheim einzuschränken, hätte ein empfindliches Versorgungsdefizit zur Folge, das sich nicht mit dem Hinweis auf eine Alternative in Heppenheim kompensieren lässt. Ähnlich kritisch zu sehende Entscheidungen sind freilich auch in Zukunft zu erwarten, solange das Gesundheitswesen unter den dominierenden Vorbehalt der Wirtschaftlichkeit gestellt wird.

 
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