Lampertheim

Volkstrauertag Gedenkstunde am Lampertheimer Ehrenmal

Sorge wegen Gewalt und Rassismus

Archivartikel

Lampertheim.Volkstrauertag bedeutet ein kurzes Innehalten in einer schnelllebigen Zeit, um an die Menschen zu erinnern, die Opfer der beiden Weltkriege geworden sind. Im Stadtpark befindet sich die Gedenkstätte, an der sich alljährlich Vertreter der Stadt, der Vereine und des VdK sowie Bürger versammeln, um bei einer Gedenkstunde den Opfern der Gewalt ein Gesicht zu geben.

Der Evangelische Posaunenchor unter der Leitung von Daniel Ott eröffnete am Sonntag das Gedenken musikalisch mit dem Stück „Jesus bleibt meine Freude“. Der MGV 1840, dirigiert von Elisabeth Seidl, intonierte aus der „Macht des Schicksals“ von Giuseppe Verdi.

Pfarrer Sven Behnke von der Lukasgemeinde erinnerte anschließend in seiner Rede an die Opfer von Gewalt und Krieg über alle Nationen hinweg. Mahnend stellte er fest, dass die Erinnerungen an die Toten immer undeutlicher würden und viele Menschen heute meinten, es wäre hilfreich, wenn die Zeugen der Vergangenheit weniger im Bewusstsein seien. „Gewiss wäre es gut, wenn die Wunden der Vergangenheit heilen, aber es wäre fatal, wenn wir diejenigen der Vergessenheit preisgeben, die diese Wunden erlitten haben“, appellierte Behnke. Besorgt äußerte sich der Pfarrer über den wachsenden Antisemitismus und die zunehmende Gewalt in der Gesellschaft. Er forderte eine Zivilgesellschaft, die den Mund aufmacht gegen Gewalt und Rassismus. „Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibe zwischen den Menschen und den Völkern“, zitierte er den ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. Abschließend zeigte sich Pfarrer Behnke dankbar, dass die Stadt alle Aktionen gegen das Vergessen tatkräftig unterstütze und erinnerte auch an die Mitbürger, die in der Polizei oder bei der Bundeswehr aktiv für Sicherheit sorgten. Mit den Worten „Wir haben eine Verantwortung für die Erinnerung, Gott gebe uns Kraft und Mut, dieser Verantwortung gerecht zu werden“, beendete Behnke seine Gedenkrede.

Vorwurf an Regierungen

Herbert Tiefel, stellvertretender Vorsitzender des VdK Ortsgruppe Lampertheim, stellte in seiner Rede die Fürsorge für die Hinterbliebenen in den Vordergrund. Auch die heutige Zeit biete Anlass zur Sorge, wenn man die Situation im Nahen Osten betrachte. Den Regierungen der westlichen Welt machte Tiefel zum Vorwurf, bis jetzt kein Mittel gefunden zu haben, um dauerhaften Frieden zu gewährleisten. Er forderte die Politiker auf, mit aller Härte gegen Terrorismus und Volksverhetzer vorzugehen.

Vor den Kränzen am Ehrenmal gedachten Bürgermeister Gottfried Störmer, Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass und Herbert Tiefel schweigend der Opfer. Der MGV 1840 intonierte den Schlussgesang aus der „Deutschen Messe“ von Schubert und der Posaunenchor schloss die Gedenkstunde mit dem Lied „The town I loved so well“. sto

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