Lampertheim

Freizeit Achte Auflage des Partykrachers gelingt / Tolle Gastsänger unterstützen die Lampertheimer Musiker

Soul und Rock bringen das Wasser im See zum Kochen

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Man nehme einen warmen Sommerabend, 25 hochklassige Musiker, ein Schwimmbad mit See als Location und das Beste aus zwei Stilrichtungen – perfekte Zutaten für eine rauschende Party. Mit mehr Musikern und einem neuen Zwei-Band-Konzept wollten Kulturamt und MIL (Musiker-Initiative-Lampertheim) den „Rock und Pop am See“ nochmals aufwerten, der achten Auflage der Freiluftveranstaltung in den Biedensand-Bädern mehr Festival-Flair verleihen. Ob Festival oder Konzert – die Änderungen waren jedenfalls ein Erfolg. Je später die Stunde, desto besser wurde die Stimmung: Der See hat gerockt.

Besonders die Abwechslung zwischen Rock und Pop durch die zwei Programmhälften gefiel. So waren die Konzeptänderungen nicht nur eine namentliche Ergänzung – bisher war die Veranstaltung unter „Rock am See“ bekannt – sondern auch inhaltlicher Natur. Rund viereinhalb Stunden spielten die MIL und ihre Gastmusiker auf der Wiese hinter den zwei Schwimmbecken.

Im ersten Teil, für den Helmut Wehe und Thomas Wörner verantwortlich waren, gab es für das Publikum klassische Popsongs. Bei untergehender Sonne hauchte Gastsängerin Lisbania Perez dem Schwimmbad karibischen Flair ein. Mit Sommerhits wie „Despacito“ (Luis Fonsi) oder „Bidi Bidi Bom Bom“ von Selena brachte sie die zunächst noch spärlichen Zuschauerreihen auf Touren. Viele Gäste kamen erst mit einsetzender Dämmerung, so dass die große Wiese am Ende komplett gefüllt war.

Die vielen Musikerwechsel sorgten nicht etwa für Verwirrung, sondern vielmehr für Kurzweil durch verschiedene Stileinflüsse. Heiko Persson, bekannt für britischen Pop, gab Nummern wie „Hey Mambo“ oder die Elton John Hits „I’m still standing“ und „Saturday night‘s alright for fightung“ zum Besten.

Boll und Klöpsch heizen ein

Karl Thomas dagegen überzeugte mit dem REM-Song „The one i love“. Mitklatsch- und Mitsingstimmung kam erstmals bei „A la la long“ auf, bei dem die Haitianerin Lisbania Perez den „Alkoholtest“ machte. „Da geht noch was“, stellte sie lachend bei den Sangeskünsten des Publikums fest. Die Zuschauer fanden aber mehr und mehr rein in den Abend und sangen und tanzten immer mehr mit. Dabei war die Textzeile „I wanna make you sweat“ Programm – bei hohen Temperaturen wurden vielfach Fächer gezückt.

Dabei durften die Besucher sogar das Nichtschwimmerbecken bis in die Nacht zur Abkühlung nutzen. 17 DLRG-Ehrenamtliche standen eigens zur Sicherheit am Becken Wache. Eine Möglichkeit, die allerdings nur zaghaft genutzt wurde. Neben der DLRG standen auch Kräfte des DRK Lampertheim und Bürstadt bereit.

Die Besucher wollten wohl aber kein Lied verpassen und blieben deshalb auf der Wiese vor der Bühne. Schließlich gab es auch minütlich Neues zu hören. Etwa den Keyboarder Matthias „Joe Cocker“ Karb, der mit „Reibeisenstimme“ für „You can leave your hat on“ viel Applaus kassierte.

Spätestens mit dem Auftritt des amerikanischen Soul-Sängers Clint Grimes hatte die MIL das Publikum gewonnen. Der in Kaiserslautern lebende Sänger zeigte mit „Soulman“, „Papa was a rolling stone“ und „I feel good“ für beste Unterhaltung, zeigte immer wieder Tanzeinlagen mit stilechtem Hut. Fast immer mit auf der Bühne war MIL-Kopf Helmut Wehe – ob mit Gitarre, Rassel oder am Mikrofon.

Richtige Partystimmung kam dann aber nach der Pause auf. Auf das Rockprogramm von Matthias Klöpsch und Barbara Boll hatten wohl viele gewartet und feierten jetzt so richtig ab – was wohl auch am fortgeschrittenen Alkoholpegel lag. Für Nachschub sorgte wie immer das Team von Herbert Kunzmann und der Veranstaltungsservice Boxheimer.

Die „Rocker“ stiegen mit „Shipping up to Boston“ und „Eye of the Tiger“ ein und ließen gleich von Anfang an die Saiten glühen. Neben Rock-Pop-Nummern gab’s von Klöpsch auch „richtig was auf die Ohren“, etwa bei „TNT“ oder Klassikern wie „Highway to hell“, „Don’t stop believing“ oder „Smells like teen spirit“. Den Song „Let’s dance“ nahmen das Publikum wörtlich.

Grandioses Finale

Der Übergang zwischen den Stilrichtungen war aber ohnehin fließend, Musiker aus der ersten Hälfte tauchten auch am späten Abend immer wieder auf der Bühne auf. Bei der umjubelten Zugabe standen dann nochmal alle Projektleiter auf der Bühne und kassierten tosenden Applaus für „Purple Rain“.

Um zwölf Uhr war dann Feierabend – und die Musiker durften endlich auch ins Wasser springen. Ob die Veranstaltung tatsächlich mehr Besucher als die bisher durchschnittlichen 500 angelockt hat, war am Abend noch nicht klar. Man müsse das erst noch auszählen. Ob 500 oder 700 Besucher – das Publikum war so oder so begeistert.

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