Lampertheim

Stadtparlament Sozialliberale Koalition setzt Antrag zum Umbau der Hans-Pfeiffer-Halle durch

SPD: Campus-Kulturstätte führt ins Nirwana

Archivartikel

Lampertheim.Die sozialliberale Koalition im Lampertheimer Stadtparlament hat unter die Diskussion über eine Kulturstätte auf dem geplanten Biedensand-Campus einen Schlussstrich gezogen. Mit ihrem Antrag, die Hans-Pfeiffer-Halle für eine kulturelle Nutzung umzubauen und einen Architektenwettbewerb auszuschreiben, kann Landrat Christian Engelhardt seine weiteren Planungen unabhängig von städtischen Grundstücksansprüchen auf dem Campus-Gelände fortsetzen.

Eine Campus-Kulturstätte hätte einen „Riesencharme“ gehabt, räumte FDP-Fraktionsmitglied Stefanie Teufel in der Debatte ein. Sie sei aber unter den Bedingungen, dass die Stadt alleine sämtliche Kosten zu tragen habe, nicht realisierbar. In eine „Semperoper“ werde sich die Pfeiffer-Halle nicht verwandeln lassen; dennoch bestünden gute Aussichten, das Gebäude mit modernen Mitteln für kulturelle Zwecke auszurichten.

Bestandteil des Koalitionsantrags ist auch der Ausbau der Zehntscheune, besonders für die Nutzung durch Jugendliche. Auch hier schwebt den Koalitionären ein Architekten-, mindestens ein Ideenwettbewerb vor. Die Art des Umbaus der Pfeiffer-Halle hängt nun noch von der Campus-Planung des Landrats ab. Wenn auf dem künftigen Campus-Gelände ausreichend Sporthallen geschaffen werden, kann die Pfeiffer-Halle künftig von jeglicher sportlichen Nutzung befreit werden. Falls nicht, wollen SPD und FDP das Gebäude für eine Mischnutzung umrüsten.

Weiteren Beratungsbedarf bei der Frage eines Architektenbedarfs meldete Grünen-Fraktionschef Stefan Nickel an. Er kritisierte obendrein Kommunikationsdefizite zwischen dem Bürgermeister und dem Landrat. Diese hätten in Lampertheim zeitweise für Irritationen gesorgt und das Projekt einer Kulturstätte auf dem geplanten Campus als realisierbar erscheinen lassen.

Idee „schleichend begraben“

Für Alexander Scholl (CDU) wies die von SPD und FDP geführte Diskussion in die falsche Richtung. So sei die Campus-Idee „schleichend begraben“ worden, ohne alle Kriterien abzuwägen, darunter vor allem mögliche Synergien im Bereich der Musikschule und der Stadtbücherei. Die Pfeiffer-Halle werde zudem noch länger nicht als reine Kulturstätte zur Verfügung stehen, vermutete Scholl. Es sei nicht abzusehen, wann auf dem Campus-Gelände die hierfür nötigen Sporthallen realisiert würden.

Unterdessen verlas Bürgermeister Gottfried Störmer ein aktuelles Schreiben des Landrats, in dem Christian Engelhardt die Idee des Ausbaus der Pfeiffer-Halle als „absolut nachvollziehbar“ bezeichne. Er habe zudem die Absicht, den Schulsport komplett auf dem Campus-Gelände zu konzentrieren. Allerdings gab Störmer zu bedenken, dass ein Zeitpunkt hierfür fraglich sei. SPD-Fraktionschef Marius Schmidt zeigte den Gegnern des Koalitionsantrags die „Grenze zwischen Wünschenswertem und Machbarem“ auf. „Wir malen uns keine Stadt, sondern entwickeln eine bestehende fort“, meinte er. Die geschätzten Kosten in Höhe von 14 Million Euro führten das Projekt einer Kulturstätte „ins Nirwana“. Nun gelte es, die Möglichkeiten „beherzt zu nutzen“, die sich mit dem Umbau der Pfeiffer-Halle böten.

Beim Beschluss im Stadtparlament stimmten CDU und Grüne gegen den Plan eines Architektenwettbewerbs für den Um- beziehungsweise Ausbau von Pfeiffer-Halle und Zehntscheune, einige Grüne enthielten sich. Damit ging der Antrag per Koalitionsmehrheit durch. Bei der Aufforderung an die Verwaltung, gegenüber dem Landrat eine definitive Aussage über ein Auslagern des Sports aus der Pfeiffer-Halle einzufordern, stimmte die CDU-Fraktion dagegen. Es gab eine Grünen-Enthaltung.

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