Lampertheim

Neujahrsempfang Sozialdemokraten stolz auf Arbeit in Lampertheim / Walter Schmitt für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt

SPD geht kämpferisch ins neue Jahr

LAMPERTHEIM.Nach kurzer Winterpause hat die SPD Lampertheim ihr politisches Jahr mit einem Empfang im vollbesetzten Alten Rathaus begonnen. Ortsvereinsvorsitzender Jens Klingler und Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt blickten auf ein „bewegtes Jahr“ mit der verlorenen Landtagswahl im Mittelpunkt zurück. Trotz der eher schwierigen bundes- und landespolitischen Vorzeichen gehen die Lampertheimer Sozialdemokraten aber durchaus positiv ins neue Jahr. Aus dem Landratsamt berichtete Kreisbeigeordneter Karsten Krug von der kreispolitischen Lage.

Umstrittene Koalitionsverhandlungen in Berlin, heftige Wahlschlappen bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen und Umfragewerte, die ins Bodenlose zu sinken scheinen: 2018 war für die stolze Sozialdemokratie wahrlich kein leichtes Jahr. Dabei war es gerade für die Lampertheimer Genossen auch ein besonderes Jahr. Denn erstmals seit Langem kandidierte mit Marius Schmidt wieder ein Lampertheimer Spitzenkandidat für die SPD im traditionell christdemokratischen Wahlkreis Bergstraße 1. Beim Neujahrsempfang stand deshalb erst einmal der Rückblick im Fokus. Die Möglichkeit, eine Wahl mit Spargelstädter Spitzenkandidat zu gestalten, sei trotz aller Enttäuschung über das landesweite Ergebnis ein besonderer Höhepunkt gewesen, betonte Jens Klingler.

Sonderapplaus für Schmidt

Mit dem Engagement des Ortsvereins war die SPD ohnehin zufrieden, ihre kommunale Arbeit wollten sie sich nicht schlecht reden lassen. „Gegen Windmühlen anzukämpfen, ist eben schwierig“, so der Erste Stadtrat. Man habe in Lampertheim trotz allem „Marken gesetzt“ und werde sich nicht unterkriegen lassen. „Wäre es schließlich nach den Lampertheimern gegangen, säße ich nun im Landtag“, spielte Schmidt auf das Erststimmenergebnis in seiner Heimatstadt an. Für den Fraktionsvorsitzenden gab es Sonderapplaus.

Ohnehin nahm sich der Ortsverein vom schlechten Bundestrend aus. Im Gegenteil: Statt Social-Media-Plattformen mit „warmen Sprüchen“ zu bedienen, sollten Politiker in hohen Positionen lieber zurück zur Basis und könnten sich ruhig auch von der Arbeit in Lampertheim etwas abschauen, fand Klingler. „Wir reden nicht nur, wir zeigen Gesicht und tun etwas für Lampertheim“, betonte der Stadtrat.

Allein die Gäste beim Neujahrsempfang – etwa aus dem Behindertenbeirat oder der Wirtschaft – würden zeigen, wie aktiv die SPD in allen Bereichen sei. Auch Schmidt lobte seine Partei für deren Aktivität. Wie zum Beweis verlas er einen Zeitungsjahresrückblick mit diversen Errungenschaften der SPD. „Ohne uns“, meinte er, „hätte es viele Maßnahmen in Lampertheim nicht gegeben“.

Um die Zukunft ihres Ortsvereins ist den Verantwortlichen ohnehin nicht bange. „Junge Vorsitzende, Menschen in vielen Beiräten, aktive Jusos – wir sind gut aufgestellt“, machte Klingler den Sozialdemokraten neuen Mut für die Zukunft.

Vorbild für junge Generation

Ein Vorbild für die junge Garde hatte er als Ehrengast geladen. Der Hüttenfelder Walter Schmitt wurde mit einer Urkunde und Präsenten für 50 Jahre Parteizugehörigkeit geehrt. Im Lampertheimer Stadtteil war Schmitt 28 Jahre lang bis 2013 Ortsvorsteher und noch länger dortiger SPD-Vorsitzender. Insgesamt engagierte er sich über 40 Jahre lang in der Kommunalpolitik, auch in Lampertheim war er über drei Jahrzehnte als Stadtverordneter, Vorsteher des Haupt- und Finanzausschusses und stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender aktiv. „Wenn jeder auch nur halb so viel machen würde, wüsste man nicht, wohin mit all der Tatkraft“, würdigte ihn sein Nachfolger Karl Heinz Berg.

Traditionell gaben die Verantwortlichen auch einen Ausblick auf 2019. Marius Schmidt kündigte an, die SPD wolle sich – neben sozialdemokratischen Kernthemen wie der weiteren Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und dem Ausbau von Kinder- und Seniorenbetreuung – besonders für den ÖPNV mit mehr Ost-West-Verbindungen und einer Linie nach Heppenheim einsetzen. Die Biedensand Bäder wolle man als Schwimmbad für Lampertheim unbedingt erhalten. Ferner erklärte er, sich auch für einen möglichst langen Erhalt der Altrheinhalle während des groß angelegten Bauprojekts zum Biedensand Campus stark zu machen. Bei einem ersten Vor-Ort-Termin habe die SPD den Verantwortlichen des Kreises das bereits klar gemacht. Ursprünglich sollte Lampertheim knapp zehn Jahre ohne die Sporthalle auskommen, das geplante Baukastensystem werde nun aber überarbeitet und die Halle voraussichtlich später abgerissen.

Ein besonderes Anliegen war es dem Fraktionsvorsitzenden auch, auf die Europawahl im Mai hinzuweisen. Die SPD stehe dafür, ein dauerhaftes Bündnis für die Demokratie mit all jenen Parteien zu gründen, die sich für Demokratie, Toleranz und Frieden einsetzen. Auch Bürgermeister Gottfried Störmer, der sich in seinen Grußworten für die Zusammenarbeit mit der Verwaltung bedankte, sprach sich für ein solches Bündnis aus. „Es ist unser aller Aufgabe zu verhindern, dass wir peu à peu Schlagseite nach rechts bekommen.“ Eine erste Veranstaltung soll dazu am 21. Februar im Alten Rathaus stattfinden.

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