Lampertheim

Busse Sozialdemokratische Riedvereine übergeben Vorschläge für Nahverkehrsplan an Kreisbeigeordneten

SPD: Linie 642 soll wieder fahren

Lampertheim.Die Sozialdemokraten im Ried machen sich im Rahmen des neuen Nahverkehrsplans für mehr direkte Busverbindungen stark. Vertreter der Ortsvereine Lampertheim, Bürstadt, Biblis und Groß-Rohrheim haben deshalb ein Papier mit gemeinsamen Vorschlägen an den SPD-Kreisbeigeordneten Karsten Krug übergeben. Darin enthalten: die Wiedereinführung der Linie 642 von Biblis nach Worms und eine neue Verbindung von Lampertheim nach Heppenheim. Für die neuen Verbindungen sollen auch die teilweise doppelt verkehrenden Linien überprüft werden.

Weil in diesem Jahr die Fortschreibung eines neuen Nahverkehrsplans auf fünf Jahre ansteht, will die SPD im Mittelzentrum Ried für die Bedürfnisse der Bürger in Sachen Öffentlicher Personennahverkehr eintreten. Dabei stehen zwei Dinge im Mittelpunkt: „Eine bessere Verbindung über Kreisgrenzen und eine Stärkung der Ost-West-Vernetzung innerhalb des Kreises“, erklärte Lampertheims Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt die Grundidee.

Dazu zählt etwa die Verbindung von Biblis über die Landesgrenze nach Worms. „Rheinland-Pfalz hin oder her – Worms ist ein Bezugsort für uns“, sagte Nordheims Ortsvorsteherin Renate Weissbrodt. Deshalb fordert sie die Wiedereinführung der Direktverbindung über die Ortsteile. Bis 2015 war die Buslinie 642 über Nordheim und Wattenheim nach Worms gefahren, wegen Doppelverbindung aber gekappt worden. Heute müssen Bürger erst an den Bahnhof in Biblis oder Hofheim gelangen, um die dortige Zugverbindung zu nutzen. Gerade für mobilitätseingeschränkte Menschen sei das beschwerlich. Umso mehr, da an vielen Bahnhöfen die Aufzüge noch immer nicht gingen.

Dass eine Wiederaufnahme der kompletten Linie wegen der bestehenden Zugverbindung unrealistisch ist, war aber auch den Bibliser Sozialdemokraten klar. „Ein eingeschränkter Bus mit werktags etwa zwei bis drei Fahrten wäre aber schon eine große Hilfe“, betonte der dortige Fraktionsvorsitzende Josef Fiedler. Das zeigen auch rund 600 Unterschriften, die in Nordheim, Wattenheim und Hofheim damals gegen die Einstellung gesammelt wurden. „Dem Wunsch der Bürgerschaft wollen wir Rechnung tragen“, heißt es im Papier. In eine ähnliche Kerbe schlug auch Bürstadts SPD-Vertreter Franz Siegl, der zu häufige Umstiege monierte. „Das beschränkt die Teilhabe vieler Menschen“, kritisierte er.

Für Schüler und Pendler

Eine zweite, direkte Busverbindung fordert die SPD von Lampertheim über Hüttenfeld zum Kreiskrankenhaus in Heppenheim. Die bisherige Regelung von zwei Fahrten täglich bezeichnete Fahrgastbeiratsvorsitzende Lara Strubel als unzureichend. Ein dritter Bus soll künftig von Groß-Rohrheim bis nach Bensheim fahren. Das sei für Schüler, aber auch Berufspendler geboten.

Besonderes Gewicht verleiht den Forderungen, so Marius Schmidt, dass man erstmals politische Forderungen als Mittelzentrum Ried in einer Sachfrage gemeinsam vorbringe. Deshalb glauben er und der zuständige SPD-Kreisbeigeordnete Karsten Krug auch an eine Chance der Verwirklichung. Auch, weil Lampertheims Erster Stadtrat Jens Klingler gleich eine Idee zur Mitfinanzierung mit auf den Weg gab. Ein „riesen Potenzial“ sieht die SPD nämlich in der Bündelung der Linienbusse in Lampertheim und Bürstadt.

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