Lampertheim

Kommunalpolitik Sozialdemokraten zeigen klare Kante gegen Verwaltungschef Gottfried Störmer und blasen zur Attacke auf den Chefposten im Rathaus

SPD will 2025 wieder den Bürgermeister stellen

Archivartikel

Lampertheim.Die Lampertheimer SPD ist schon im Wahlkampfmodus – und Spitzenkandidat Marius Schmidt in Angriffslaune. Bei der Jahreshauptversammlung der Sozialdemokraten rief der Parteichef mit einer flammenden Rede in der Hans-Pfeiffer-Halle zu mehr Selbstbewusstsein auf.

Dabei verteilte Schmidt mit breiter Brust Spitzen in alle Richtungen: Gegen die schwarz-grüne Opposition, gegen CDU-Landrat Christian Engelhardt und gegen Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer. Mit seinem Statement brachte der Sozialdemokrat sich und seine Partei in Stellung für die 2021 anstehenden Kommunal- und Landratswahlen – und das Bürgermeisteramt. Der Chefposten im Lampertheimer Rathaus wird zwar erst im Jahr 2025 wieder vergeben. Doch Schmidt bekannte schon jetzt Farbe.

„Wir wollen in fünf Jahren wieder den Bürgermeister in Lampertheim stellen“, kündigte er an. Bei der vergangenen Wahl habe man sich rausgehalten. „Nun will auch ich selbst alles dafür tun, einen veritablen Kandidaten zu finden“, betonte der Politikwissenschaftler. Denn, so lautete seine Erklärung: Wer meckert müsse auch machen.

Hatte man sich in den vergangenen Jahren meist vorsichtig zurückhaltend über den Verwaltungschef geäußert, gab es nun ungewohnt deutliche Worte und klare Kante in Richtung des Amtsinhabers Gottfried Störmer. „Es kann nicht sein, dass man den Bürgermeister immer erst anstoßen muss, bevor er sich an Dinge erinnert“, sagte Schmidt und verwies auf den mehrfach verschobenen Umbau der Bushaltestelle in Neuschloß.

Der Spitzenkandidat der SPD für die bevorstehende Kommunalwahl am 14. März 2021 bezog in seiner launigen Rede zu viel diskutierten Themen Stellung. Die Sperrung der Nato-Straße etwa hält er „in dieser Absolutheit für falsch“. Eine Kollektivstrafe sei der falsche Weg, denn sie treffe auch sich rücksichtsvoll verhaltende Passanten. Vielmehr wolle man den Bereich mit Parkplätzen besser ordnen. Das sei jedoch bisher vom Wasser- und Schifffahrtsamt abgelehnt worden.

Auch in der „hochgejazzten“ Diskussion um die Strandbar am Badesee (fehlende Baugenehmigung, hohe Zahl an Gästen bei der Eröffnungsfeier) nahm der Sozialdemokrat Störmer in die Verantwortung – und zog Parteikollege und Bäder-Chef Jens Klingler aus der Schusslinie. „Die zuständige Baubehörde hätte einen Baustopp erlassen müssen. Wer das nicht tut, muss sich hinterher nicht beschweren“, sagte er.

Ihr Fett weg bekamen auch die politischen Gegner – insbesondere die Christdemokraten. „Ginge es nach der CDU, gäbe es weder einen neuen Bauhof noch eine Kulturhalle“, meinte Schmidt. Der von der CDU favorisierte Bauhof-Neubau in der Wormser Straße sei in finanziell schwierigen Zeiten nicht umsetzbar, auch eine Kulturhalle auf dem Biedensand-Campus wäre aus seiner Sicht utopisch gewesen. Jens Klingler wies darauf hin, dass es die SPD gewesen sei, die einen Bauhof-Neubau überhaupt erst ins Spiel gebracht habe. „Ginge es nach der CDU, wären wir nach Bürstadt gezogen“, so der Lampertheimer Erste Stadtrat.

Den Grünen warf Marius Schmidt vor, dass ihnen „gesundheitsgefährdende Materialien im Grundwasser egal sind“. „Eine neue Wasserleitung am Vogelpark und Tierheim gibt’s mit denen nicht“, sagte er – und schob in Wahlkampfmanier nach: „Mit uns gibt’s Fortschritt und keine Träumereien, die man gar nicht umsetzen kann.“ Ohnehin war die Rede des Spitzenkandidaten, der gleichzeitig Bergsträßer Parteichef ist, ein Plädoyer für die eigene Stärke. „Wenn wir zeigen, was wir gut gemacht haben, werden wir den Wahlkampf gewinnen“, war er überzeugt. Zu den Errungenschaften der sozialliberalen Koalition zählte er die Abschaffung der Straßenbeiträge, die Kürzung von Kita-Gebühren während der Corona-Pandemie, die Wohnbauförderung und die Beibehaltung von Grund- und Gewerbesteuern.

Unterstützung signalisierten die Genossen für den Kreisbeigeordneten Karsten Krug. Der Landratskandidat betonte, in Lampertheim eine „soziale Handschrift“ zu erkennen, die vielen Kommunen als Vorbild dienen könne.

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