Lampertheim

Kommunalpolitik Beirat stellt Ziele für dritte Amtszeit vor /„Fühlen uns ernst genommen, müssen aber am Ball bleiben“

Sprachrohr der Jugend von politischem Gewicht

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Es ist der Mittler zwischen den Generationen, das Sprachrohr der jungen Menschen und der direkte Draht ins Rathaus: Der Jugendbeirat der Stadt Lampertheim. 2019 geht die Vertretung um die alte und neue Vorsitzende Theodora Nikolakopulou in das fünfte Jahr. Dafür haben sich die sechs Mädchen und fünf Jungs zwischen zwölf und 18 Jahren viel vorgenommen.

„Wir sind angekommen“, urteilt Selina Johanna Hameed beim Pressegespräch über die vergangene Amtszeit des Jugendbeirats. Die 14-Jährige und ihre Mitstreiter spüren in der Spargelstadt viel Rückendeckung – von Gleichaltrigen, aber auch aus der Politik. Durch den direkten Kontakt sowohl zum Rathaus als auch zu den jungen Menschen in Lampertheim könne man viel bewegen.

Dass der Jugendbeirat keineswegs nur eine sporadische Institution ist, dokumentieren auch die Erfolge der vergangenen Jahre. Das Kindercafé „Sternchen“ in Hüttenfeld kam etwa durch eine Jugendumfrage des Beirats zustande, auch die Sanierung des Bolzplatzes an der Hagenstraße zeugt vom Einsatz der Jugendlichen und der Zusammenarbeit mit Verwaltung und Parlament. „Das funktioniert nicht überall so gut und ist nicht selbstverständlich“, macht Marcel Getrost von der Jugendförderung klar. Er begleitet den Jugendbeirat und die damalige Arbeitsgemeinschaft als deren Vorgänger schon von der ersten Stunde an.

Spaß und Arbeit

Für Lampertheims Jugendliche bedeutet die Vertretung ein Sprachrohr mit politischem Gewicht zu haben. Für die Mitglieder selbst bedeutet der Beirat aber neben dem Spaß auch viel Arbeit. „Es braucht Durchhaltevermögen, weil nicht immer alles so einfach ist, wie es scheint. Aber sie sind beispielsweise beim Bolzplatz immer am Ball geblieben und konnten so schlussendlich Erfolge feiern“, sagt Getrost anerkennend. Auch deshalb werden sie in Lampertheim ernst genommen und dürfen im Sozialausschuss vorsprechen.

Dem Gremium hat der Beirat kürzlich seine Ziele für 2019 vorgestellt. Neben diversen Turnieren, dem Sport & Fun Day oder dem Abschlusskonzert setzt der neue Jugendbeirat auch auf Neues. Ähnlich wie in Hüttenfeld will die Vertretung nun in Hofheim mit einer Umfrage die Wünsche der Jugendlichen herausfinden. Außerdem haben sich die Jungen und Mädchen für die Jugend-Politik-Tage in Berlin beworben, bei dem 450 Jugendliche mit Politikern gemeinsame Ziele erarbeiten. Auch am Hessischen Demokratietag wollen sie teilnehmen. Zusätzlich zum bisherigen „Girls’ Day“ hat der Beirat einen „Boys’ Day“ ins Leben gerufen und veranstaltet im Oktober ein Kinder- und Jugendkino. Daneben wollen sich die Mitglieder mit Seminaren für Rhetorik oder Gruppendynamik weiterbilden. So profitieren sie auch ganz persönlich von ihrem ehrenamtlichen Wirken. „Ich bin auch als Person an meiner Tätigkeit im Beirat gewachsen“, sagt Vorsitzende Theodora Nikolakopulou. „Besser“, findet Marcel Getrost, „kann’s doch nicht laufen!“

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