Lampertheim

Stabile Argumentation

Mit dem Beitritt der Stadt zum ZAKB haben sich die kommunalen Abfallgebühren um mehr als 300 000 Euro verringert. Damit könnten sich die Befürworter des Beitritts bestätigt sehen. Doch verlieren sie wegen der Ende 2018 angekündigten Gebührenerhöhung für 2019 nun ihr wichtigstes Argument? Dass die Geschäftsführung schon im ersten Beitrittsjahr Verluste ausweisen muss, die die Gebührenzahler auszugleichen haben, ist in der Tat unglücklich. Dies hätte man zumindest früher kommunizieren können. Der Hinweis von ZAKB-Geschäftsführer Gerhard Goliasch, die Kosten im Zusammenhang mit dem Projekt der Hüttenfelder Windkraftanlage würden nicht über Gebühren, sondern über Erlöse der ZAKB-eigenen Energie- und Dienstleistungs-GmbH ausgeglichen, wird in Lampertheim zudem nur auf geteilte Akzeptanz stoßen; fragt man sich hier doch, ob umgeleitete Erlöse nicht auch für einen indirekten Gebührenanstieg verantwortlich gemacht werden können.

Dennoch bricht die Argumentation für einen Beitritt unter der Ende 2018 beschlossenen Gebührenerhöhung nicht zusammen. Und dies aus mehreren Gründen: Das neue System kennt, je nach Müllverhalten, Gewinner und Verlierer. Nichts anderes war vor dem Beitritt Lampertheims zum Zweckverband auch angekündigt worden. Ferner resultieren die Nachzahlungen zumindest teilweise aus der Unkenntnis, die mit der Systemumstellung zusammenhängen. Es würde sich für einige Bürger demnach offenbar lohnen, das Angebot der individuellen Beratung in Anspruch zu nehmen, um noch an der einen oder anderen Stelle Einsparungen zu erzielen.

Und schließlich: Wäre Lampertheim dem ZAKB nicht beigetreten, hätte die Stadt die allgemein steigenden Abfallkosten ebenfalls über eine Gebührenerhöhung an ihre Bürger weitergeben müssen. Und das ohne den Vorteil einer beteiligten Mitgliedskommune – dafür mit dem Nachteil behaftet, eine Kalkulation auf eigene Rechnung erstellen zu müssen. Diese hätten wiederum die Verbraucher zu begleichen gehabt. Die bessere Alternative? Wohl kaum.

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