Lampertheim

Soziales Lampertheim möchte kinderfreundliche Kommune werden

Stadt will Unicef-Siegel

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Lampertheim will kinderfreundlicher werden und die Rechte von Kindern und Jugendlichen weiter stärken. Bürgermeister Gottfried Störmer hat dazu eine bindende Vereinbarung über vier Jahre mit dem Verein „Kinderfreundliche Kommunen“ unterzeichnet. Die Zusammenarbeit sieht zunächst eine einjährige Planungsphase vor, in der die Stadt zusammen mit dem Lampertheimer Nachwuchs einen Aktionsplan mit konkreten Maßnahmen ausarbeitet. Am Ende soll die Verleihung des Siegels von Unicef und Deutschem Kinderhilfswerk stehen.

Das Siegel erkennt den Willen der Kommune zur Umsetzung der UN-Kinderrechte an. Es soll außerdem Ansporn sein, die festgesteckten Ziele in der anschließenden, dreijährigen Umsetzungsphase auch zu erreichen. Die von Unicef und Deutschem Kinderhilfswerk getragene Initiative begleitet den gesamten Prozess. Bevor Lampertheim sein offizielles Siegel erhält, überprüft der 2012 gegründete Verein die geplanten Maßnahmen und modifiziert den Aktionsplan gegebenenfalls. Lampertheim ist nach Hanau, Taunusstein, Oestrich-Winkel und Eltville erst die fünfte hessische Kommune im bundesweiten Vorhaben. 10 000 Euro sind zunächst für das Programm eingeplant.

Potenzial erkennbar

„Von der Stärkung der Kinderrechte profitiert die ganze Gesellschaft“, betonte Andrea Flory, die den Vertrag für die Initiative „Kinderfreundliche Kommunen“ im Magistratssaal gegenzeichnete. Auch Bürgermeister Gottfried Störmer nannte die Vertragsunterzeichnung politische Bildungsarbeit und einen „Pflock, der noch in Jahrzehnten Früchte tragen soll“.

Das Vorhaben, dem Programm beizutreten, basiert auf einer SPD- und FDP-Initiative vom Oktober 2017, beschlossen wurde es im Stadtparlament ein Jahr später. Konkrete Maßnahmen sind noch nicht bekannt. Man habe die politische Initiative gerne aufgegriffen, sagte Störmer. Für ihn war die Anwesenheit von Parteien, Stadträten und anderen Vertretern „ein Schulterschluss, bei dem sich alle einig sind.“

Andrea Flory vom Verein erklärte, dass Lampertheim bereits Zeichen gesetzt habe – etwa mit dem 2014 gegründeten Jugendbeirat –, erkennt aber noch Potenzial. Rathauschef Störmer und Kulturamtsleiter Rolf Hecher erhoffen sich nun eine „systematische Bestandsaufnahme“, die Entwicklung von interkommunalen Netzwerken und „Synergieeffekte“. Die Förderung junger Menschen solle sich noch stärker professionalisieren und qualitativ verbessern, so Hecher. „Wir werden überprüfen, was sich nach vier Jahren verbessert hat“, kündigte er an. Dann könnte sich Lampertheim möglicherweise noch mal für das Programm bewerben. „Denn es gibt nichts Gutes, was nicht noch besser werden kann“, resümierte Sozialausschuss-Vorsitzender Robert Lenhardt.

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