Lampertheim

CDU-Sommertour Hüttenfelder Brandschützer fühlen sich alleine gelassen

Stadtteilwehr schlägt Alarm

Hüttenfeld.Bei der Hüttenfelder Feuerwehr brennt’s. Die ehrenamtlichen Brandschützer im Stadtteil fühlen sich von der Stadtverwaltung nicht nur finanziell im Stich gelassen. Bei einem Besuch im Rahmen ihrer Sommertour überraschte Wehrführer Thorsten Schröder die Christdemokraten mit deutlicher Kritik in Richtung Stadthaus. Dabei scheint auch das Binnenverhältnis mit Stadtbrandinspektor Klaus Reiber angekratzt.

Beim Besuch der CDU fielen von den ehrenamtlichen Feuerwehrmännern immer wieder die Sätze, man fühle sich ignoriert und werde „nicht gehört“. Es werde gerne von Wertschätzung gesprochen, meinte Wehrführer Schröder, „leider wird meistens nur davon gesprochen, einmal im Jahr an der Kanzel“. Die Art und Weise der Umsetzung missfällt dem Hüttenfelder Wehr-Chef. „Nur davon zu sprechen, reicht nicht“, betonte er.

Der Stadtteilfeuerwehr fehlt es laut Schröder an Ausrüstung. „Wir reden hier nicht über große Wünsche“, hob er hervor, „sondern über vorgeschriebene Pflichtausstattung Schutzkleidung, Schuhe oder Helme für unsere Kameraden.“ Die Christdemokraten um den Vorsitzenden Aidas Schugschdinis konnten Schröders Forderungen nachvollziehen – zumal es sich dabei um weitestgehend „vorhersehbare Anschaffungen“ handle. „Das muss beschafft werden“, fand etwa Franz Korb.

Benötigte Ausrüstungsforderungen gebe man an den zuständigen Stadtbrandinspektor weiter. „Was danach damit passiert, wissen wir nicht“, so Schröder. Mängellisten – die Hüttenfelder beklagen etwa seit Jahren zugeparkte oder beschädigte Hydranten – blieben oft ohne Reaktion. Zwischen den Zeilen übte Schröder damit nicht nur Kritik an der Verwaltung, sondern auch an Stadtbrandinspektor Klaus Reiber.

„Dissonanzen im Buschfunk“

Der wird von den drei Wehren Mitte, Hofheim und Hüttenfeld alle fünf Jahre gewählt. Das Verhältnis zu den Hüttenfeldern scheint belastet. Auch Korb nahm „Dissonanzen im Buschfunk“ wahr. Die Nachfrage kommentierte der Hüttenfelder Wehrführer so: „Der Stadtbrandinspektor ist mit einer Mehrheit gewählt – das Ergebnis sagt aber auch etwas aus“. 2016 wurde Reiber mit 77 von 129 Stimmen im Amt bestätigt.

In seine Freiwillige Feuerwehr investiert die Stadt für Schröders Geschmack zu wenig. Im Vergleich mit anderen Kommunen liege man im hinteren Drittel. Das reiche nicht mal, um das Pflichtprogramm zu erfüllen. Oftmals seien Anschaffungen nur über den Feuerwehrverein möglich. „Für den letzten Bus haben wir 20 Jahre Rücklagen mit der Kerwe und dem Tag der offenen Tür angespart, die Stadt konnte das Fahrzeug nur zu 63 Prozent finanzieren“, rechnete er vor, „und das, obwohl wir per Gesetz eine Abteilung der Stadt sind“. Auch die zuständige Sicherheitsfachkraft der Verwaltung kenne er trotz Nachfrage weder persönlich noch namentlich.

Hinzu kommen für die Floriansjünger zunehmende Schwierigkeiten bei der Freistellung von Einsatzkräften, deren es in Hüttenfeld 36 gibt. Durchschnittlich fährt die Stadtteilwehr zu 35 Einsätzen jährlich. „Die Arbeitgeber sind zwar verpflichtet, Kameraden freizustellen und einen Lohnausgleich vorzunehmen“, erklärte Schröder. Oftmals entstünden den Feuerwehrmännern aber bei Gleitzeitmodellen dennoch Nachteile – oder die Arbeit bleibe einfach liegen.

Franz Korb empfahl den Ehrenamtlichen, sich bei Problemen direkt an die Fraktionen zu wenden. Von offizieller Seite hieße es bei Nachfragen nur, es sei „alles in Ordnung“. Schröder erwartet von der Politik, bessere Voraussetzungen zu schaffen: „Sonst kommt irgendwann keiner mehr zum Einsatz.“ ksm

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