Lampertheim

Bauausschuss Naturschutzmaßnahmen sollen Landverbrauch ausgleichen, doch Biotop-Management stößt in Lampertheim an seine Grenzen

Stadtverwaltung: Gärten trüben Ökobilanz

Lampertheim.Wie werden die Defizite in der Natur ausgeglichen, die durch den Landschaftsverbrauch entstehen? Birgit Reiner-Appelt vom Fachbereich Umwelt und Bauen stellte dem Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschuss in einer umfangreichen Dokumentation entsprechende Bemühungen der Stadt vor. Dazu gehören etwa auch Naturschutzmaßnahmen im Augrund, die Errichtung einer Wildrettungsinsel in der Bonaue oder die Neuanlage von Streuobstwiesen. Auch die Errichtung der Aussichtskanzel im Rallengraben gehört in den Aufgabenbereich.

„Das Biotop-Management, also die Planung und Pflege der Biotope, wirkt sich entscheidend auf die Existenz von Tieren und Pflanzen aus“, erläuterte Reiner-Appelt im Ausschuss. Dabei könne die Stadt im Vorgriff auf künftige Baumaßnahmen ein sogenanntes Öko-Guthaben bilden, das im Bedarfsfall genutzt werden könne und zu schnelleren Abläufen führe. Hier stehe die Stadt mit 2,7 Millionen Wertpunkten gut da. Beeinträchtigt würden die Biotope aber durch den hohen Nutzungsdruck durch Verkehr, Freizeitverhalten und Landwirtschaft. Auch die Akzeptanz von Bebauungsplänen, in denen auch die Gartengestaltung auf Privatgrundstücken geregelt wird, sei eher gering. Beratungsangebote durch die Stadt würden kaum genutzt. In den Gärten sei zunehmend eine Versiegelung des Bodens durch Schotter oder Schiefer zu beobachten. In der Ökobilanz seien Gärten deshalb nur noch bedingt bewertbar.

Grüne: Feldschütz einstellen

In der Diskussion regte Carmen Kunz (Grüne) an, einen weiteren Feldschütz einzustellen, um Verstöße besser ahnden zu können, worauf Bürgermeister Gottfried Störmer auf mangelnde Haushaltsmittel verwies. Außerdem sei der Ordnungsdienst unterstützend mit eingebunden. Auch die zunehmende Verwendung von Folien in der Landwirtschaft sowie der Bau von Gewächshäusern wurden in der Diskussion kritisch betrachtet. Laut Gottfried Störmer gehören Folien und Gewächshäuser jedoch zu einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung, auf die die Stadt keinen Einfluss habe.

SPD-Fraktionsmitglied Robert Lenhardt erkundigte sich nach dem Sachstand zu einem möglichen Radweg am Altrhein. Das hierfür benötigte Gelände gehöre der BASF, Gespräche zwischen Verwaltung und Verantwortlichen seien im Gang, erhielt Lenhardt Bescheid. Der neue Kreisel nach der Bahnunterführung auf der Neuschloßstraße wurde erneut beanstandet, weil Radfahrer Probleme beim Einfädeln in den Kreisverkehr äußerten. Störmer betonte, dass der Kreisel nach geltenden Vorschriften gebaut worden sei. Gleichzeitig solle die Verkehrsführung durch zusätzliche Markierungen und Hinweisschilder sicherer gemacht werden.

Die Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 auf Teilen der Eugen-Schreiber-Straße sei nur eine vorläufige Lösung, antwortete Störmer auf eine entsprechende Anfrage im Ausschuss. Klagen über eine wachsende Rattenpopulation, weil Kanäle nicht oft genug gespült würden, seien haltlos. Rattenbekämpfungen würden im Frühjahr und im Herbst durchgeführt. Die Tiere verließen dann ihr angestammtes Quartier und würden auffällig. sto

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional