Lampertheim

Stärke demonstrieren

Archivartikel

Uwe Rauschelbach über den geplanten Lichterzug im Wald

Es ist Fasching. Wahrscheinlich ist es kalt. Und vielleicht regnet es sogar. Warum soll man sich dann, am frühen Freitagabend Anfang März, in den kahlen Lampertheimer Wald begeben, um dort, mit einer Taschenlampe in der Hand, eine ganze Weile herumzustehen? Man könnte es sich zu Hause doch so gemütlich machen. Dennoch wird es beim geplanten Lichterzug am 1. März im Wald bei Neuschloß auf jeden einzelnen Teilnehmer ankommen. Es geht hierbei um eine Demonstration der Stärke durch die Menschen, die im Umfeld der geplanten ICE-Neubautrasse leben.

Vereinzelt und selbst in organisierten Gruppen ist es offenbar kaum möglich, Einfluss auf den Planungsprozess auszuüben. Befürchtet wird, dass die Bahn der Öffentlichkeit im Verlauf dieses Jahres ihre Vorstellungen von einer Trassenführung unterbreiten wird, ohne diese Öffentlichkeit angemessen beteiligt zu haben. In den bisher dafür geschaffenen Gremien überwiegt allzu oft der Eindruck einer Proforma-Beteiligung ohne wirkliche Mitspracherechte. Woanders haben genügend Beispiele gezeigt: Je mehr Bürger für ihre Interessen eintreten, umso eher finden sie auch dort Gehör, wo man seine Ziele lieber ungestört durchsetzen möchte.

Sollte die C-Trasse tatsächlich kommen, werden große Teile des Lampertheimer Waldes vernichtet, verlieren die hiesigen Landwirte wertvolle Anbauflächen und drohen der Stadt enorme Lärmbelästigungen durch zunehmenden Güterverkehr auf den Bestandsstrecken. Was Bahn und Politik jetzt beschließen, wird über viele Jahrzehnte Auswirkungen haben. Was zählt da ein ungemütlicher Abend im Lampertheimer Wald . . .

 
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