Lampertheim

Kontroverse Fraktionsvertreter von FDP, CDU und Grünen drehen die Uhr im Bauausschuss zurück

Standort für Bauhof fraglicher denn je

Archivartikel

Lampertheim.Zwei Alternativen stehen für den künftigen Standort des Bauhofs zur Wahl: das Gelände von Energieried in der Industriestraße 40 und das Gewerbegebiet Wormser Landstraße. Von den Fraktionen erwartet Bürgermeister Gottfried Störmer noch in diesem Jahr ein Signal, in welche Richtung die Verwaltung planen soll. Eine Entscheidung sei mit Blick auf die maroden Hallen für 2020 gefordert.

Doch Störmers Wunsch dürfte nach der jüngsten Sitzung des Bauausschusses nicht in Erfüllung gehen. Im Gremium entzündete sich eine Kontroverse angesichts der von den Technischen Betriebsdiensten vorgelegten Zahl über die erforderliche Grundstücksfläche für den städtischen Bauhof. Im Arbeitskreis zuvor hatten die Parlamentarier Zahlen in Höhe von mehr als 10 000 Quadratmetern vernommen. Im Ausschuss rechnete der Geschäftsführer der Mannheimer Firma achtgrad, Kai Müller, vor, für den Bauhof sei eine Nutzfläche von 10 000, aber – zusammen mit Stellplätzen, Grünflächen und anderem – eine Grundstücksgröße von rund 18 000 Quadratmetern erforderlich.

FDP-Fraktionsmitglied Stefanie Teufel sah mit Blick auf diese Zahlendifferenz den Status quo ante wiederhergestellt: „Wir sind heute wieder am Nullpunkt angekommen.“ Auch Frank Hege (Grüne) und Franz Korb (CDU) teilten ihre Skepsis bezüglich einer baldigen Entscheidung. Ausschussvorsitzender Fritz Röhrenbeck (FDP) gab die allgemein akzeptierte Marschroute vor, die Fraktionen sollten nicht mehr in diesem Jahr, sondern erst vor der nächsten Sitzungsrunde Anfang kommenden Jahres eine Trendmeldung abgeben.

Die Zeit beim Bauhof drängt deshalb, da die Hallen laut Gutachter allenfalls bis Ende 2023 genutzt werden können. Bei seinen Berechnungen hat achtgrad-Geschäftsführer Müller beide Optionen mit mehreren Varianten durchgespielt, die im Fall der Industriestraße den Kauf beziehungsweise die Erbpachtnahme der Energieried-Gebäude und die Anmietung weiterer Hallen umfassen. Für das Gewerbegebiet käme ein Neubau beziehungsweise die Vergabe an einen Investor mit anschließender Vermietung an die Stadt infrage.

Die Vorteile sieht der Gutachter eher in der Wormser Landstraße, vor allem was den Nachweis der erforderlichen Grundstücksfläche als auch die nach seiner Sicht uneingeschränkte Nutzungssicherheit anbelangt. Würde die Stadt kaufen, fielen hier 9,5 Millionen Euro Kosten an, in der Industriestraße – je nach Ausbauvariante – rund 7 Millionen. urs

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