Lampertheim

Sozialausschuss Rechtsstreit über Grundstück im Lampertheimer Baugebiet Oberlache-West / Verwaltung schlägt Eigenbetrieb vor

Standort für neue Kita gesucht

Archivartikel

Lampertheim.Der Neubau einer Kindertagesstätte im Baugebiet Oberlache-West ist ins Stocken geraten. Sozialdezernent Jens Klingler begründete dies im Sozialausschuss mit Rechtsstreitigkeiten über ein Grundstück, das die Stadt zunächst an einen privaten Interessenten verkauft, dann aber wieder zurückerworben habe, nachdem der Käufer seiner Bauverpflichtung nicht nachgekommen sei.

Alternativen seien ein Grundstück an der Straße Am Graben, dessen Bodenbeschaffenheit allerdings hohe Kosten nach sich zöge, und ein Grundstück der Martin-Luther-Gemeinde, das jedoch über eine für Kindertagesstätten zu kleine Außenanlage verfüge. Sollte das Grundstück in der Oberlache-West nicht zu bebauen sein, müsste die Stadt Räume für die Kinderbetreuung anmieten oder bestehende Einrichtungen ausbauen.

Problem: Erzieherinnenmangel

Zuvor hatte Fachdienstleiter Michael Harres vom Sozial-Fachbereich den Kindertagesstätten-Bedarfsplan vorgestellt, der die Defizite zwischen dem Betreuungsbedarf und den Platzangeboten in den städtischen Einrichtungen aufzeigt (wir haben berichtet). Demnach bieten die Kindertagesstätten in Neuschloß und Rosengarten ab Juli 2021 Überhänge, die von Eltern in der Kernstadt beziehungsweise in Hofheim genutzt werden können. Während Hüttenfeld die Einrichtung einer Außen-Gruppe vorbereitet, sollen mit Anbauten an den Kindertagesstätten Guldenweg und Europaring Ganztagesplätze geschaffen werden. Für dringlicher als die Bereitstellung von Plätzen erachtet das Sozialdezernat indes den Erzieherinnenmangel, der sich nach derzeitigen Prognosen weiter vergrößern wird.

Gleichzeitig wies Jens Klingler im Ausschuss auf den hohen Personalstand im Betreuungswesen mit mehr als 170 Mitarbeitern hin. Der Ausbruch der Corona-Pandemie habe zusätzliche personelle Kapazitäten gebunden. Verwaltungsintern wird vor diesem Hintergrund zum 31. Dezember eine organisatorische Trennung dieses Fachdienstes aus dem Fachbereich befürwortet. Eine Möglichkeit wäre es Klingler zufolge, die Kinderbetreuung in einen Eigenbetrieb zu überführen. Er gehe mit Blick auf den politischen Beratungsbedarf aber nicht davon aus, dass eine solche Organisationsform bis Ende kommenden Jahres stehe.

Klingler räumte auf eine kritische Bemerkung von Gregor Simon (Grüne) im Ausschuss ein, ein solcher Eigenbetrieb, der organisatorisch mit der Verwaltung verflochten bliebe, sei nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu führen: „Da muss man aufpassen.“

Zuvor hatte Simon seine Kritik am Anbau der Hofheimer katholischen Kindertagesstätte erneuert. Trotz dieses Anbaus werde der Deckungsbedarf in Hofheim nicht erfüllt. Hofheimer Eltern müssten ihre Kinder nun nach Rosengarten bringen. Der Bau einer neuen kommunalen Kindertagesstätte wäre nachhaltiger gewesen, als dem Träger der Einrichtung mit Haushaltsmitteln unter die Arme zu greifen. Simon sah sich auch nachträglich im Recht: „Wir haben’s gleich gesagt.“ urs

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