Lampertheim

Freizeit Auf dem Gelände der Biedensand Bäder begegnen Besucher Händlern, Landsknechten und Tänzerinnen einer längst vergangenen Epoche

Stilechte Zeitreise ins Mittelalter

Lampertheim.Landsknechte, Handwerker, Händler, Tänzerinnen und viele weitere Teilnehmer des fünften mittelalterlichen Spektakels tummelten sich am Wochenende im hinteren Teil der Biedensand Bäder. Zwei Tage lang tauchten Mitwirkende und Besucher in eine längst vergangene Zeit ein.Viele begaben sich in standesgemäßen Gewändern auf die Zeitreise. Eine mittelalterliche Magd aus Frankenthal zog eine einfache Bluse und und einen langen Rock an und setzte sich eine Haube auf. Ihr Begleiter wählte zur Bundfaltenhose Stehkragenhemd und Wams.

Aus Darmstadt kam ein anmutiges Edelfräulein, deren wallendes Kleid weite Trompetenärmel besaß. Ein Frankfurter Marktteilnehmer war in die Rolle eines Landsknechtes geschlüpft und erklärte, dass diese Personen früher zu Fuß kämpften. Der Söldner hielt eine Pike, eine nachgestellte Stichwaffe, in der Hand. Ein anderer Kämpfer war mit Pfeil und Bogen bewaffnet. Holger Hörstkamp, Geschäftsführer der veranstaltenden „Heimdalls Erben“, zeigte sich über die prächtige, fast sommerliche Wetterlage sehr erfreut: „Dann macht das Fest doppelt so viel Spaß.“

Die Biedensand Bäder boten eine passende Kulisse und der Badesee ermöglichte das Ablegen des großen Wikingerschiffes. „Es sind 55 Stände und 12 Lager aufgebaut“, zählte Organisator Hörstkamp auf, während er seine Lagerhund-Dame Lisa kraulte. Gerade waren die Ritterturniere zu Ende gegangen. Aber Hörstkamp hatte noch viele weitere Attraktionen in petto: Zauber- und Gauklervorstellungen, die Auftritte von Musikern, Tänzerinnen und einer Artistin, eine Waffenschmiede und das Kamelreiten. Außerdem gab es am Samstagabend noch eine große Feuershow.

Am Samstagnachmittag allerdings blieb die Besucherzahl überschaubar. Der Geschäftsführer und sein Team hofften auf den gestrigen Sonntag, an dem traditionell mehr los ist. Die Beteiligten jedenfalls waren an beiden Tagen mit Eifer dabei und ermöglichten sich selbst und den Gästen Abenteuer pur. „Oftmals sind hier drei Generationen vereint“, wusste Hörstkamp über die Familien, die der Leidenschaft des Mittelalters und dem Spektakel frönten. Familien aus dem Hunsrück, aus Wiesloch und Offenbach hatten ihre Lager aufgebaut. Ralph Dähn aus dem Vogelbergkreis bot mittelalterliche Kleidung an. „Die Kinderbekleidung ist aus eigener Herstellung“, versicherte der Händler. Unweit des Verkaufszeltes hatte Imker Felix Reisdorf aus Oberschlettenbach seine Station aufgebaut. Er verkaufte Honig und Met. Aus Bürstadt kam Stefan Wiedemann, bei ihm konnten Haithabu-Taschen aus Fell und Leder erworben werden. Einige Besucher wurden von dem geheimnisvollen Zelt der Handleserin Cara aus Bonn magisch angezogen. Die versprach, sie biete einen ebenso zauberhaften wie wissenschaftlichen Blick in die Zukunft. Wer sich traute, erfuhr zum Beispiel, wissbegierig und zur Perfektion neigend zu sein.

Verführerische Düfte wehten vom großen Marktplatz herüber. In den Buden wurde Gesottenes und Gebratenes angeboten. Spätestens hier hatte man das Gefühl, in einer vergangenen Epoche angekommen zu sein. Musiker spielten Schlager des Mittelalters und Tänzerinnen begeisterten mit ihrer Show mit bunten Tüchern. Indessen begann gleich neben dem Schauplatz eine Artistin sich aufzuwärmen. Auch ihre Aufführung gehörte in die Kategorie „bemerkenswert“. Das Fazit vieler Lagerleute und Besucher: eine sehr sehenswerte Veranstaltung.

Info: Fotostrecke unter www.suedhessen-morgen.de

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